Mehr Ruheständler als aktive Kardinäle im Kollegium

Mehrheit der Kardinäle jetzt nicht mehr papstwahlberechtigt

Veröffentlicht am 07.01.2026 um 17:51 Uhr – Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Für Kardinäle gibt es eine Altersgrenze – mit 80 Jahren endet das Recht, den Papst zu wählen. Die über 80 dürfen in der Regel nur noch beraten. Pünktlich zum Konsistorium sind die nicht papstwahlberechtigten Kardinäle nun in der Mehrheit – wenn denn alle kommen.

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Im Kardinalskollegium, das Papst Leo XIV. für diese Woche zu Beratungen nach Rom eingeladen hat, sind jetzt die Ruheständler in der Mehrheit: 122 Kardinäle haben bereits das 80. Lebensjahr vollendet, 122 sind noch unter 80. Den Ausschlag gaben der 80. Geburtstag von Kardinal Mario Zenari am Montag – und eine Besonderheit: Kardinal Angelo Becciu ist zwar erst 77 Jahre alt, trat aber 2020 im Zusammenhang mit einer Immobilienaffäre von allen Ämtern und den aus dem Kardinalat erwachsenden Rechten zurück. Becciu bringt damit die Zahl der Nicht-Papstwähler auf 123.

Laut dem Kirchenrecht können nur die Kardinäle unter 80 Jahren in ein Konklave zur Wahl eines neuen Papstes einziehen. Außerdem scheiden die Mitglieder von vatikanischen Dikasterien mit 80 Jahren aus dem Amt. Bereits mit 75 Jahren müssen Kardinäle, die Diözesen oder Dikasterien vorstehen, wie alle Bischöfe dem Papst ihren Amtsverzicht anbieten.

Kardinäle jenseits der Altersgrenzen können aber an den Beratungen vor einer Papstwahl teilnehmen. Ferner dürfen sie bei außerordentlichen Konsistorien gleichberechtigt mitwirken. Eine solche Versammlung hat in diesem Jahrhundert erst zweimal stattgefunden: im August 2001 auf Einladung von Johannes Paul II. und im Februar 2014 auf Einladung von Papst Franziskus.

Mehrere betagte Kardinäle nicht reisefähig

Bei dem jetzt von Leo XIV. einberufenen außerordentlichen Konsistorium werden trotz der neuen Mehrheitsverhältnisse im Kollegium vermutlich dennoch die unter 80-Jährigen in der Mehrheit sein. Das liegt daran, dass mehrere der sehr alten Kardinäle nicht reisefähig sind. Die endgültige Zahl der Teilnehmer kann der Vatikan erst nach der für Mittwochnachmittag festgelegten Eröffnung der Versammlung mitteilen.

Bemerkenswert ist auch die Verteilung nach Kontinenten. Dank des hohen Anteils an über 80-Jährigen bilden Europäer und Nordamerikaner mit zusammen rund 140 Köpfen eine klare Mehrheit. Dem stehen gut 100 Kardinäle mit einem Pass aus einem Land des "Globalen Südens" (Asien, Lateinamerika, Afrika, Ozeanien) gegenüber. (fxn/KNA)