Bischof beklagt "zynische Verhöhnung des universalen Rechts"
Der Linzer Bischof Manfred Scheuer hat die derzeitige Entwicklung der internationalen Politik kritisiert. "Internationale Politik verkommt zu einer Strategie der wirtschaftlichen Macht und der ideologischen Interessen und Lobbys", erklärte Scheuer in seiner Predigt am Dreikönigstag im Linzer Dom. So erlebe die Welt zurzeit eine "zynische Verhöhnung des universalen Rechts".
Inmitten dieser Zeit seien Bräuche und Traditionen wie das Sternsingen von besonderer Bedeutung für den Zusammenhalt einer Gesellschaft, so Scheuer weiter. "Das Sternsingen ist eine öffentliche Erinnerung daran, was uns hierzulande und weltweit miteinander verbindet." Wie auch andere Bräuche gäbe dies den Menschen Orientierung im Alltag. Ein Wegfall dieser Bräuche hätte fatale Folgen. "Es wäre ein großer Verlust an Menschlichkeit, eine Verarmung in den Beziehungen und auch eine Ausdünnung des christlichen Glaubens."
Scheuer beklagt nicht zum ersten Mal Entwicklungen in der Politik. Bereits im Dezember äußerte er sich in einem Interview besorgt über die zunehmende Polarisierung der Gesellschaft und die Gefährdung der Demokratie. (ayo)
