Abgesetzter Passauer Pfarrer: Staatsanwaltschaft stellt Vorermittlungen ein

Im Streit um einen vor knapp einem Jahr aus dem Dienst genommenen katholischen Priester im Bistum Passau gibt es eine neue Entwicklung: Die Staatsanwaltschaft Passau hat ihre Vorermittlungen gegen den Mann eingestellt. Die Behörde bestätigte am Freitag auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) einen entsprechenden Bericht des Bayerischen Rundfunks. Demnach ergab sich kein Anfangsverdacht für das Vorliegen einer Straftat. Weiterhin läuft derweil ein kirchenrechtliches Verfahren im Vatikan.
Der Pfarrer war zum 24. März 2025 außer Dienst genommen worden. Der Passauer Bischof Stefan Oster stellte per Dekret den Amtsverzicht des Pfarrers fest. Dem widersprach der Seelsorger allerdings öffentlich. Im Raum stehen bis heute ungeklärte Vorwürfe gegen ihn: Alkoholmissbrauch in der Jugendarbeit, Mobbing und geistliche Manipulation. Der Priester bestreitet jedes Fehlverhalten, es gilt die Unschuldsvermutung. Zum 1. September ernannte Bischof Oster einen Franziskaner aus dem Bistum Regensburg zum Nachfolger in der Pfarrseelsorge.
Monatelang für Verbleib im Amt gekämpft
Vergangenen September erklärte der außer Dienst gestellte Pfarrer, nicht länger Geistlicher sein zu wollen. Das Bistum Passau informierte sodann über den Eingang eines entsprechenden Antrags und ergänzte, das Schreiben an die Glaubensbehörde im Vatikan weitergeleitet zu haben. Erfahrungsgemäß können sich solche Verfahren über mehrere Monate hinziehen. Manchmal dauert es auch länger als ein Jahr bis zu einer Entscheidung.
Vor seiner Erklärung, den Klerikerstand verlassen zu wollen, hatte der von seinem Bischof sanktionierte Priester monatelang für seinen Verbleib im Amt gekämpft. Tausende Anhänger setzten sich für ihn ein, es kam bis hin zu einer Demonstration vor dem Amtssitz des Passauer Bischofs. Der Streit machte dadurch bundesweit Schlagzeilen. Das Bistum Passau war am Freitagnachmittag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. (KNA)