Nach monatelangem Ringen gibt es einen Termin

Rechtsmittel ausgeschöpft: Schismatische Klarissen werden geräumt

Veröffentlicht am 13.01.2026 um 09:33 Uhr – Lesedauer: 

Briviesca/Burgos ‐ Bisher konnten die schismatischen Ex-Klarissen von Belorado die Räumung aus ihrem ehemaligen Kloster immer weiter verzögern – nun zeichnet sich ein Ende des Dramas ab: Gegen die Räumung sind alle Rechtsmittel ausgeschöpft.

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Nach monatelangem Rechtsstreit haben die schismatischen Ex-Klarissen von Belorado (Spanien) keine rechtliche Möglichkeit mehr, die Räumung des von ihnen besetzten Klosters zu verhindern. Das Erzbistum Burgos teilte mit, dass das zuständige Gericht in Briviesca Mitte vergangener Woche einen vorläufigen Vollstreckungsbescheid mitgeteilt hat. Gegen den Beschluss können den Angaben zufolge keine Rechtsmittel eingelegt werden. Das Gericht ordnete an, dass die ehemaligen Ordensfrauen das Kloster Belorado unter Androhung einer Zwangsräumung freigeben müssen. Für das Kloster ist der Erzbischof von Burgos, Mario Iceta, als vom Vatikan ernannter Apostolische Kommissar zuständig.

Sollte das Kloster nicht freiwillig übergeben werden, hat das Gericht in einem weiteren Beschluss bereits den Termin der möglichen Zwangsräumung festgelegt. Der Termin dafür ist der 10. Februar, 9:30 Uhr. Gegen diesen Beschluss können zwar noch Rechtsmittel eingelegt werden, die allerdings keine aufschiebende Wirkung haben. Damit dürfte eine freiwillige oder erzwungene Räumung des Klosters unmittelbar bevorstehen.

Immer weitere Eskalation

Die Räumung des Klosters zieht sich schon gut ein Jahr hin. Sie wurde mehrfach vertagt. Verzögerungen entstanden, weil zunächst nicht alle ehemaligen Ordensfrauen erreicht werden konnten und so eine Ladung vor Gericht nicht möglich war. Später stellte der Anwalt der Frauen einen Befangenheitsantrag gegen den Richter, der durch das zuständige Provinzgericht abgelehnt wurde. Ende Juli entschied das Gericht gegen die Ex-Nonnen. Ein Räumungstermin im Oktober wurde nach Rechtsmitteln der ehemaligen Ordensfrauen abgesagt.

Der Konflikt um die Klarissen von Belorado hat sich in den vergangenen Monaten immer weiter zugespitzt. Im Mai 2024 hatten die Schwestern ein Manifest veröffentlicht, mit dem sie sich von der katholischen Kirche lossagten und erklärten, alle Päpste nach Pius XII. (1939–1958) nicht anzuerkennen. Im Laufe des Konflikts schlossen sie sich verschiedenen schismatischen angeblichen Bischöfen an und wurden aufgrund ihres Schismas exkommuniziert. Alle Schlichtungsversuche des Päpstlichen Kommissars Iceta scheiterten. Das Erzbistum Burgos hatte bereits im September des vergangenen Jahres Räumungsklage eingereicht, da sich die exkommunizierten Schwestern nach wie vor auf dem Anwesen aufhalten. Ursprünglich war die Räumung für Ende Januar des vergangenen Jahres vorgesehen.

Zuletzt wurden fünf betagte Ordensfrauen, die sich dem Schisma nicht angeschlossen hatten, aufgrund ihrer Pflegebedürftigkeit aber noch im Kloster lebten, von der Polizei befreit. Grundlage war ein Gerichtsbeschluss. Dabei wurde festgestellt, dass die Schwestern im Alter von 81 bis 101 Jahren vernachlässigt wurden. Die älteren Schwestern werden nun in anderen Klöstern der Klarissen betreut. (fxn)