Ihr Beichtvater ist schon am Nachthimmel verewigt

Heilige Faustyna mit Asteroiden-Namen geehrt

Veröffentlicht am 13.01.2026 um 10:48 Uhr – Lesedauer: 

Paris ‐ Im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter gibt es enorm viele kleine Himmelskörper – und alle werden kartiert. Wer sie entdeckt, darf einen Namen vorschlagen – in der jüngsten Namensrunde sind bekannte und weniger prominente Kirchenleute dabei.

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Die heilige Faustyna Kowalska wird mit einem Asteroiden geehrt. Am Montag teilte die Arbeitsgruppe für die Benennung kleiner Himmelskörper der Internationalen Astronomischen Union (IAU) in ihrem jüngsten Bulletin (Januar 2026) die Ehrung der polnischen Ordensfrau und Mystikerin mit. Der Asteroid im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter trägt nun offiziell den Namen "(798737) Faustina". Im vergangenen Jahr wurde bereits ihr Beichtvater, der Jesuit Józef Andrasz, mit einem Asteroiden geehrt.

Auf die Visionen der heiligen Faustyna geht das Gnadenbild vom barmherzigen Jesus zurück, das heute weltweit und besonders in ihrer Heimat Polen verehrt wird. Sie regte auch die Feier eines Sonntags der göttlichen Barmherzigkeit an, den Papst Johannes Paul II. 2000 anlässlich ihrer Heiligsprechung einführte. Der Barmherzigkeitssonntag wird seither am zweiten Sonntag der Osterzeit gefeiert. Der Gedenktag der Heiligen ist der 5. Oktober. Er wurde 2020 in den römischen Generalkalender aufgenommen.

Neben Faustyna wurden noch drei weitere Ordensleute in der jüngsten Runde der Benennungen mit Asteroiden geehrt: die polnische Ordensfrau Ursula Ledóchowska (1865–1935, "(798772) Ledochowska") und die Jesuiten García Alabiano (1549–1624, "(763533) Alabiano") und Christoforus Bayu Risanto (geboren 1981, "(752403) Bayurisanto"). Ledóchowska ist die Gründerin der Ursulinen vom Herzen Jesu im Todeskampf und wurde 2003 heiliggesprochen. Die beiden Jesuiten waren beziehungsweise sind Wissenschaftler: Alabiano lehrte Theologie an der Universität Vilnius und war ihr zweiter Rektor. Bayurisanto forscht auf dem Gebiet der Meteorologie und hat Methoden zur Verbesserung der Wettervorhersage in Gebieten mit mangelnden Messdaten entwickelt. Ebenso 1981 geboren ist der italienische Diözesanpriester und Physiker Matteo Galaverni ("(591000) Galaverni"), der in der theoretischen Kosmologie forscht.

Viele Jesuiten und wenige geistliche Frauen am Nachthimmel

Aufgrund des Engagements der Jesuiten für die Weltraumforschung führen die Mitglieder dieses Ordens mit etwa 50 Personen die Liste der mit Asteroiden geehrten Kirchenleute an. Allein 2025 kamen sieben neue mit Asteroidennamen geehrte Jesuiten dazu. Die Mehrheit der geistlichen Namenspaten für Asteroiden sind Männer, darunter mehrere Päpste. Mit den heiligen Faustyna und Ursula kommen nun zwei weitere Frauen dazu. Bereits im vergangenen Jahr wurden außerdem mehrere Ordensfrauen geehrt, die bei der Auswertung von Sternkarten Anfang des 20. Jahrhunderts mitgewirkt haben.

Die Benennung von Asteroiden ist ein mehrstufiger Prozess. Ein neuer Himmelskörper wird registriert, wenn er von einem Beobachter an zwei aufeinanderfolgenden Nächten beobachtet wird. Die Sichtungen müssen dann dem "Minor Planet Centre" der IAU gemeldet werden, das eine provisorische Identifikationsnummer vergibt. Anschließend werden frühere Sichtungen von bislang unidentifizierten Himmelskörpern mit der neuen Sichtung abgeglichen, eventuelle Doppelungen werden zusammengeführt. Sobald aus den Daten eine genaue Umlaufbahn ermittelt werden kann, erhält der Asteroid eine permanente Nummer. Das Recht, einen Namen auszuwählen, kommt dem Forscher zu, der genügend Daten für die Berechnung des Orbits geliefert hat, also nicht notwendig dem ersten Entdecker. Der Namensvorschlag wird dann von der Arbeitsgruppe für die Benennung kleiner Himmelskörper geprüft und schließlich offiziell veröffentlicht. (fxn)