Würde er selbst den DBK-Vorsitz übernehmen?

Bischof Jung: Das muss Bätzings Nachfolger mitbringen

Veröffentlicht am 28.01.2026 um 11:41 Uhr – Lesedauer: 

Würzburg ‐ Der künftige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz steht vor großen Aufgaben. Bischof Franz Jung erklärt, welche das sind und ob er den Posten selbst übernehmen würde. Zudem würdigt er Georg Bätzing.

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Laut dem Würzburger Bischof Franz Jung muss der künftige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) vor allem für Einheit innerhalb der Konferenz sorgen. Das sagte er am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Würzburg. Es sei nicht verborgen geblieben, dass es in der Vergangenheit Spaltung zwischen den Bischöfen gegeben habe, so Jung. Auch beim Synodalen Weg sei es nicht gelungen, alle mitzunehmen. Der Papst habe bei der Weltsynode das Thema des Konsenses immer wieder betont. Es werde eine der großen Aufgaben sein, alle an einen Tisch zu holen.

Zudem sei es wichtig, in regelmäßigem direkten Kontakt mit Rom zu stehen, führte Jung aus. Seiner Ansicht nach ist dies für die Abstimmung der Satzung der Synodalkonferenz vorbildlich gelaufen. Er betonte, dass es keine Alleingänge oder Sonderwege der Kirche in Deutschland gebe. Alles bewege sich im Rahmen dessen, was der Vatikan und die Weltsynode zur Stärkung der Synodalität vorgeschlagen hätten.

Auf die Frage, ob er selber auch bereit wäre, den Posten des Vorsitzenden zu übernehmen, erklärte Jung, dass es innerhalb der Bischofskonferenz keine Personaldiskussionen im Vorfeld gebe. Darüber werde erst am Tag der Wahl selbst intern diskutiert. Falls sich die Frage stelle, ob er den Vorsitz übernimmt, werde er das zu diesem Zeitpunkt entscheiden.

Dank an Bätzing

Zugleich dankte Jung dem bisherigen Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Georg Bätzing. Der Limburger Bischof hatte Mitte Januar bekannt gegeben, nicht erneut für den Vorsitz kandidieren zu wollen. Seine Amtszeit sei geprägt gewesen durch eine der größten Krisen der Kirche in Deutschland und die Veröffentlichung der MHG-Studie zum sexuellen Missbrauch im Jahr 2018. "Zugleich wurde mit dem Synodalen Weg als Beratungsformat Neuland betreten", so Jung.

Bätzing habe es verstanden, den Gesprächsfaden innerhalb der Bischofskonferenz und zum Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) nie abreißen zu lassen, trotz aller bestehenden Spannungen. "Ziel all seiner Bemühungen war, konsequent die Ursachen des Missbrauchs zu bekämpfen und der Kirche in ihrem Bemühen um Aufarbeitung neue Glaubwürdigkeit zu verschaffen. Mit Tatkraft, Klugheit und Umsicht hat sich Georg Bätzing dieser Aufgabe gestellt."

Nach all den Belastungen, die der Vorsitz mit sich gebracht habe, könne er gut verstehen, dass der Limburger Bischof dieses Amt nun abgibt. "Ich danke ihm aufrichtig dafür, in bedrängender Zeit sich der Verantwortung gestellt zu haben, die er erhobenen Hauptes jetzt auch wieder zurückgeben kann." (KNA)