Illegitime Bischofsweihen geplant

Vatikan bestätigt Gespräche mit Piusbruderschaft

Veröffentlicht am 04.02.2026 um 14:44 Uhr – Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Mit der Ankündigung verbotener Bischofsweihen setzt die traditionalistische Piusbruderschaft den Vatikan unter Zugzwang. Dieser reagiert nun und kündigt ein Treffen beider Parteien an.

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Nach der Ankündigung von unerlaubten Bischofsweihen durch die Piusbrüder will der Vatikan das Gespräch mit den Traditionalisten suchen. In der kommenden Woche ist ein Treffen zwischen dem Leiter der Glaubensbehörde, Kardinal Víctor Manuel Fernández, und dem Generaloberen der Piusbrüder, Davide Pagliarani, geplant. Das bestätigte Papstsprecher Matteo Bruni am Mittwochabend der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). "Das Treffen ist eine gute Gelegenheit für einen informellen und persönlichen Dialog, der dazu beitragen soll, wirksame Instrumente für den Austausch zu identifizieren, die zu positiven Ergebnissen führen können", so Bruni.

Die erzkonservativen Piusbrüder hatten Anfang der Woche angekündigt, trotz Vatikanverbots neue Bischöfe weihen zu wollen. Der Generalobere Pagliarani begründete den Schritt mit der Sorge um den Fortbestand der Gemeinschaft, deren kirchenrechtlicher Status weiter unklar ist. Die bisherige Kommunikation mit dem Vatikan führte Pagliarani zufolge zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis.

Nach dieser Ankündigung hatte der Vatikan mitgeteilt: "Die Kontakte zwischen der Bruderschaft St. Pius X. und dem Heiligen Stuhl werden fortgesetzt, mit dem Ziel, Brüche oder einseitige Lösungen in Bezug auf die aufgetretenen Probleme zu vermeiden."

Jahrzehntelanger Konflikt

Die Piusbruderschaft entstand um den 1988 exkommunizierten und somit aus der kirchlichen Gemeinschaft ausgeschlossenen Erzbischof Marcel Lefebvre (1905–1991). Dieser hatte 1976 gegen ein päpstliches Verbot Priester geweiht und damit die Piusbrüder innerkirchlich isoliert. Die dadurch ausgelöste Auseinandersetzung erreichte 1988 mit der Weihe von vier eigenen Bischöfen und der Exkommunikation der Beteiligten ihren Höhepunkt. Papst Benedikt XVI. (2005–2013) hob diese Exkommunikation zwar 2009 auf, zu einer theologischen Einigung kam es aber nicht.

Papst Franziskus (2013–2025) löste die für den Dialog mit der Priesterbruderschaft zuständige Päpstliche Kommission Ecclesia Dei im Jahr 2019 auf. Zunächst ging sie in die Zuständigkeit des Glaubensdikasteriums über. Mit dem Papsterlass "Traditionis Custodis" von 2021 erhielt das vatikanische Ordensdikasterium diesen Verantwortungsbereich. (KNA)

4.2.26 18.45 Uhr - Aktualisierung um geplantes Treffen