Amtszeit dauert sechs Jahre

Legionäre Christi haben neuen Leiter

Veröffentlicht am 05.02.2026 um 10:30 Uhr – Lesedauer: 

Rom ‐ Die Legionäre Christi haben eine wechselvolle Geschichte – nun gibt es einen neuen Generaldirektor. Die Geschicke der Gemeinschaft liegen für die kommenden sechs Jahre in seinen Händen.

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Der Mexikaner Carlos Alberto Gutiérrez López wird neuer Generaldirektor der Legionäre Christi. 60 Kapitelväter der Priesterkongregation aus 13 Ländern hätten den 51-Jährigen am Mittwoch für sechs Jahre gewählt, teilte die Gemeinschaft mit. Gutiérrez tritt die Nachfolge von John Connor an, der den Legionären Christi seit 2020 vorstand.

Gutiérrez studierte Philosophie und Theologie sowie Wirtschafts- und Systemtechnik und Psychologie. Seit 1999 ist er Mitglied der Legionäre Christi und seit 2009 Priester. Vor seiner Wahl war er in verschiedenen Ländern Lateinamerikas sowie in Italien für die Gemeinschaft tätig. Laut einer Meldung auf der Webseite der Gemeinschaft vertraue das Generalkapitel ihm die Aufgabe an, "den seit Jahren von der Kongregation unter der Leitung der Kirche eingeschlagenen Weg der Erneuerung fortzusetzen und den Dienst der Evangelisierung aller Menschen voranzutreiben, um eine Gemeinschaft zu sein, die den existenziellen Peripherien entgegengeht".

Aufarbeitungsprozess zur Distanzierung vom Gründer

Die Legionäre Christi wurden 1941 vom Seminaristen Marcial Maciel (1920–2008) in Mexiko gegründet. In der Geschichte der Gemeinschaft kam es zu zahlreichen Missbrauchstaten Maciels, der zudem mehrere Geliebte und Kinder hatte. Auch ein Sohn Maciels erhebt Missbrauchsvorwürfe gegen seinen Vater. Kritiker werfen der Gemeinschaft zudem sektenartige Merkmale und die Entfremdung von Jugendlichen von ihren Familien vor. Gegenüber katholisch.de betonte der Sprecher des Regnum Christi in Deutschland, dass es seit der Aufarbeitung der Vergangenheit keine derartigen Vorwürfe mehr gebe. Das Regnum Christi ist die Föderation der Bewegungen, zu der die Legionäre Christi gehören.

Die Gemeinschaft hat sich mittlerweile von ihrem Gründer distanziert und ihre Geschichte unter Aufsicht des Vatikans in den Jahren 2010 bis 2018 aufgearbeitet. 2014 erkannte der Vatikan die neuen Konstitutionen der Legionäre Christi an, 2019 die Statuten des Regnum Christi. Damit war der Aufarbeitungsprozess abgeschlossen. Die Legionäre Christi gelten als äußerst wohlhabend auch tauchten auch etwa in den "Pandora Papers" auf. Gegenüber katholisch.de sagte der Sprecher, dass die Gemeinschaft in Europa allein von Spenden finanziert werde und "von der Hand in den Mund" lebe. (cph/fxn)

5. Februar 2026, 16.30 Uhr: Ergänzt um Aufarbeitungsprozess und Positionen des Sprechers der Gemeinschaft.