Interesse bei Jüngeren an Tradition steige

Neuer Abt von Maria Laach: Holen in Tradition Schwung für die Zukunft

Veröffentlicht am 05.02.2026 um 14:34 Uhr – Lesedauer: 

Köln ‐ Seit einigen Monaten ist Mauritius Wilde nun Abt von Maria Laach. Seine Zwischenbilanz fällt positiv aus. Zudem freut er sich, dass sich junge Menschen offenbar wieder vermehrt für Glaube und Kirche interessieren.

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Der neue Abt der Benediktinerabtei Maria Laach, Mauritius Wilde, hat angesichts eines steigenden Interesses junger Menschen an traditionelleren Formen des katholischen Glaubens keine Bedenken. "Ich glaube, wir holen gerade wieder Schwung für die Zukunft, dabei drehen wir uns etwas zurück, sozusagen in die Tradition hinein, damit wir die volle Kraft der Tradition in die Zukunft geben können," sagte Wilde am Donnerstag im Interview des Kölner Portals "domradio.de".

Beim Blick auf die in den vergangenen Jahren steigenden Zahlen der Erwachsenentaufen in Frankreich etwa "sieht man, dass da etwas kommt, und das freut mich sehr. Das erlebe ich aber auch in Deutschland", betonte Wilde. Oftmals seien diese Leute gar nicht religiös sozialisiert. "Ich spüre bei den Jüngeren, dass sie das Gefühl haben, dass ihnen bestimmte Dinge aus der Tradition vorenthalten worden sind. Die würden sie gern wiederbeleben oder zumindest wissen, was da war."

Nicht gegenseitig isolieren

Diese Entwicklung mache ihm keine Angst, so Wilde weiter. "Man muss nur im Miteinander bleiben. Mit den verschiedenen Ausrichtungen innerhalb der Kirche dürfen wir uns nicht gegenseitig isolieren." Gerade im Kloster gebe es eine gute Chance, Konflikte gemeinsam zu lösen.

Das monastische Leben sei weiterhin zukunftsträchtig, erklärte der Abt. Klöster und geistliche Zentren gewännen an Bedeutung, weil sich die Diözesen in einem großen Umbruch befänden. Vielen Menschen tue es deshalb gut, ab und zu ins Kloster zu kommen. "Es ist wichtig, dass es Rückzugsorte gibt, in denen man sich aufs Wesentliche besinnen kann. Da sehe ich eine große Chance für die Klöster heutzutage."

Wilde (60) war Anfang Oktober vom vatikanischen Ordensdikasterium zum Abt von Maria Laach ernannt worden; am 15. November erhielt er durch den Trierer Bischof Stephan Ackermann die Abtsbenediktion. In der Abtei hatte es jahrelange Führungsquerelen geben. Nach einigen Monaten im Amt zieht Wilde eine positive Zwischenbilanz. "Von Anfang an war eine große Offenheit da. Es herrschte auch Erleichterung, dass jetzt ein Neuanfang möglich ist, und gleichzeitig war klar, dass wir uns noch gegenseitig beschnuppern müssen." (KNA)