Frau vor Jungfrauenweihe: Möchte Jesus ganz gehören
Der Weg zur Jungfrauenweihe ist für eine junge Frau aus dem Erzbistum Köln ein früh einsetzender Prozess gewesen. "Als Kind habe ich gespürt, da ist etwas, aber noch nicht so direkt, was das genau für eine Berufung ist", sagte Cosma-Anna Engler am Montag im Interview des Kölner Portals "domradio.de". Im Laufe des Lebens sei ihr ihre Berufung immer deutlicher geworden: "Ich möchte Jesus nachfolgen, ihm ganz gehören, ihm geweiht sein und Zeugnis in der Welt für Jesus ablegen."
Geweihte Jungfrauen bilden einen eigenen, anerkannten Stand (ordo virginum) in der katholischen Kirche. Frauen versprechen öffentlich, Jesus in der Form der Ehelosigkeit mitten in ihrer Lebenswelt nachzufolgen. Engler (Jahrgang 1993) lebt in Wuppertal und arbeitet in der Altenpflege. Ihre Weihe findet am Dienstag in der Wallfahrtskirche Maria in der Kupfergasse Köln statt, wie das Erzbistum der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Montag mitteilte. Der Feier vorstehen wird der Kölner Weihbischof Dominikus Schwaderlapp.
Mehr Freiraum
Anders als eine Ordensfrau habe man als geweihte Jungfrau etwas mehr Freiraum im privaten Leben, so Engler weiter. Man könne mehr Kontakt zur Familie halten und seinen eigenen Tagesablauf an die Arbeit anpassen. "Man hat eigentlich ein bisschen so seine private Beziehung zu Jesus und ist trotzdem im öffentlichen Stand der Kirche." Da es regelmäßige Treffen der geweihten Jungfrauen aus dem Erzbistum Köln sowie aus ganz Deutschland gebe, seien die Frauen trotz Einzelberufungen "eine kleine Gemeinschaft".
Der Jungfrauenweihe gehe eine lange Vorbereitungszeit voraus, in der man seine Berufung genau prüfen könne, betonte Engler. Wenn sie nun Ehelosigkeit gelobe, tue sie das ganz entschieden. "Jesus bleibt treu, er beruft einen, und er irrt sich nicht. Es ist für mich eine klare Entscheidung, die Jungfrauenweihe bleibt ewig." Und weiter: "Wenn man einmal geweiht ist als gottgeweihte Jungfrau, dann kann man das nicht rückgängig machen." (KNA)
