Netflix-Serie und Religion?

Theologin findet biblische Symbolik in Serien-Hit "Stranger Things”

Veröffentlicht am 10.02.2026 um 13:34 Uhr – Lesedauer: 

Berlin  ‐ Die Serie "Stranger Things" begeisterte ein Millionenpublikum. Die Theologin Teresa Schweighöfer blickt auf die biblischen Symbole in der Serie – und erkennt in einer Szene sogar einen österlichen Bezug.

  • Teilen:

Die Berliner Theologin Teresa Schweighöfer hat in der Serie "Stranger Things" eine Vielzahl religiöser Anspielungen erkannt. "Religion spielt in Stranger Things auf den ersten Blick keine Rolle", erklärt sie zwar in einem Beitrag für das Portal “Feinschwarz” am Dienstag. Wer genauer hinsehe, erkenne jedoch vor allem in der fünften und letzten Staffel "religiös-symbolische Anspielungen und Figurenzeichnungen".

Religion werde in der Netflix-Produktion erst auf den zweiten Blick sichtbar, so Schweighöfer. "Da ist vor allem Vecna, der eigentlich Henry Creel heißt und als Hauptantagonist immer deutlicher als Satansfigur gezeichnet wird". Nach einem Kampf mit der Protagonistin Eleven, die übernatürliche Fähigkeiten besitzt, werde er als gefallener Engel in eine Schattenwelt geworfen – für Schweighöfer ein Verweis auf das christliche Motiv des Höllensturzes aus der Eschatologie.

Erinnerung an Ostertage in Jerusalem

Der Ort, an dem Vecna verbannt wird, heißt in der Serie "Abyss". Auch in der Bibel finde man den Begriff des "abyssos" – den bodenlosen Abgrund – mehrfach, vor allem in der Offenbarung des Johannes, so die Theologin weiter. Dieser Abgrund werde wie in der christlichen Tradition als Ort der Zerstörung der Welt identifiziert. Zusätzlich entführe der Antagonist Vecna exakt zwölf Kinder an diesen Ort, eine der zentralen Zahlen des Christentums.

Auch bei der Protagonistin Eleven zeichneten sich biblische Elemente ab, erklärt Schweighöfer. Neben ihrem Spitznamen El – ein biblischer Begriff für Gott – sei es die mehrfache selbstlose Opferung für die Sicherheit ihrer Freunde und das Fehlen eines leiblichen Vaters. Als sie in der letzten Folge verschwindet und anders als zuvor nicht wieder auftaucht, stellt ihr Freund Mike eine Theorie über ihren Aufenthaltsort auf. Die anderen Freunde bekennen sich nacheinander mit einem "Ich glaube" zur Theorie. "Mit dieser Hoffnung, mit der Wahl daran zu glauben, brechen sie in ihre jeweilige Zukunft auf. Eine Szene, die mich an die ersten Ostertage in Jerusalem denken lässt", betont die Theologin.

Übernatürliche Bedrohungen aus einer Parallelwelt

Die Netflix-Serie "Stranger Things" handelt von einer Gruppe von Kindern und Jugendlichen, die in den 1980er Jahren in der fiktiven US-Stadt Hawkins gegen übernatürliche Bedrohungen aus einer Parallelwelt und dem Militär kämpfen. Nach neun Jahren lief zum Jahreswechsel 2025/26 die letzte Folge der Serie. Weltweit sollen knapp 35 Millionen Menschen das Finale aufgerufen haben. (ayo)