Eine Nonne starb nach ihrer Befreiung

Ex-Klarissen wegen Vernachlässigung von Mitschwestern vor Gericht

Veröffentlicht am 13.02.2026 um 09:45 Uhr – Lesedauer: 

Bilbao ‐ Die rechtlichen Probleme der schismatischen Klarissen von Belorado reißen nicht ab: Nach den Prozessen um die Räumung ihres ehemaligen Klosters müssen sie sich nun für den Umgang mit betagten Mitschwestern verantworten.

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Die schismatischen Klarissen von Belorado stehen schon wieder vor Gericht: Dieses Mal nicht wegen der Räumung ihres Klosters, sondern wegen ihres Umgangs mit fünf älteren Nonnen, die nicht mit ins Schisma gegangen waren. Am Freitag müssen die acht ehemaligen Ordensfrauen vor dem Untersuchungsgericht von Bilbao aussagen, wie spanische Medien berichten. Ihnen wird Nötigung, erniedrigende Behandlung, Vernachlässigung, unterlassene Hilfeleistung, Urkundenfälschung und unlautere Verwaltung vorgeworfen.

Mitte Dezember hatte die spanische Polizei fünf Schwestern im Alter zwischen 87 und 101 Jahren aus dem Kloster Orduña befreit, in die sie die schismatischen Ex-Klarissen verbracht hatten. Die Frauen seien in einem vernachlässigten und abgemagerten Zustand gefunden worden, hieß es aus Polizeikreisen. Aufgrund ihres Alters und eingeschränkter kognitiver Fähigkeiten sei es ihnen nicht möglich gewesen, um Hilfe zu bitten und sich gegen ihre Behandlung zu wehren. Die betagten Schwestern wurden zunächst medizinisch untersucht. Eine von ihnen starb im Krankenhaus von Burgos. Die verbliebenen vier sind mittlerweile in verschiedenen Klöstern der Klarissen-Föderation untergebracht, wo sie eine adäquate Pflege erhalten können.

Auf der Suche nach einem neuen Kloster

Momentan befinden sich die schismatischen Klarissen noch in ihrem ehemaligen Kloster in Belorado. Das Erzbistum Burgos, dessen Erzbischof Mario Iceta vom Vatikan als Apostolischer Kommissar für das Kloster eingesetzt wurde, versucht schon seit Monaten, das Kloster räumen zu lassen. Anfang Februar wurde das voraussichtlich letzte Urteil zur Räumung gesprochen: Das Provinzgericht von Burgos hat als letztes damit befasstes Gericht alle Rechtsmittel der Ex-Nonnen zurückgewiesen, zugleich aber die Frist für die Räumung verlängert, die nun für den 12. März angesetzt ist. Zuvor hatten die Frauen bereits angekündigt, das Kloster verlassen zu wollen. Mit einer Online-Kampagne sind sie auf der Suche nach einem neuen Kloster.

Der Konflikt um die Klarissen von Belorado hat sich in den vergangenen Monaten immer weiter zugespitzt. Im Mai 2024 hatten die Schwestern ein Manifest veröffentlicht, mit dem sie sich von der katholischen Kirche lossagten und erklärten, alle Päpste nach Pius XII. (1939–1958) nicht anzuerkennen. Die fünf älteren Schwestern schlossen sich dem Schisma nicht an, verblieben aber aufgrund ihres pflegebedürftigen Zustands in der Obhut der Schismatikerinnen. Im Laufe des Konflikts schlossen diesesie sich verschiedenen schismatischen angeblichen Bischöfen an und wurden aufgrund ihres Schismas exkommuniziert. Alle Schlichtungsversuche des vom Vatikan eingesetzten Päpstlichen Kommissars scheiterten. (fxn)