Erzbischof Gössl bedauert, dass Bischof Bätzing nicht erneut antritt
Am 24. Februar wählt die Deutsche Bischofskonferenz in Würzburg einen neuen Vorsitzenden. Der Bamberger Erzbischof Herwig Gössl (58) äußerte im Vorfeld sein Bedauern, dass der Limburger Bischof Georg Bätzing nach sechs Jahren an der Spitze des Gremiums nicht mehr antritt. In einem Interview in der Bamberger Bistumszeitung "Heinrichsblatt" äußerte der Erzbischof zugleich Verständnis für Bätzings Entscheidung.
Das Amt bedeute nicht nur eine zusätzliche Last neben der Leitung eines Bistums, so Gössl. Dazu kämen auch "die Komplikationen, dass der Vorsitzende ja nichts zu entscheiden oder zu bestimmen hat, sondern einfach der Moderator einer doch ziemlich bunten Truppe von verschiedenen Menschen ist, die irgendwie zusammengehalten werden müssen". Am stärksten werde die Bischofskonferenz immer dann wahrgenommen, wenn sie nicht lang vorbereitete Papiere vorlege, sondern in eine aktuelle Situation hinein einstimmig spreche, wie es etwa zum Rechtsextremismus geschehen sei.
"Uneinigkeit vermeiden"
"Alles, was auseinanderläuft, sollte man vermeiden", sagte der Erzbischof. "Uneinigkeit ist immer eine Quelle der Missverständnisse und auch der Verunsicherung der Menschen." Die Frage, was er sich für den neuen Vorsitzenden erhoffe, und wer dieses Amt ausüben könnte, wollte Gössl nicht beantworten. "Ich kann nur sagen, wer es nicht macht", sagte er – nannte aber dann keinen Namen.
Die geplante Einrichtung eines neuen synodalen Gremiums mit Bischöfen und Laien auf Bundesebene bezeichnete der Bamberger Erzbischof als "sehr sinnvoll". Möglichst gemeinsame Positionierungen in wichtigen Fragen zu Kirche und Gesellschaft sollten zusammen abgestimmt werden. Dies sei etwa bei der einhelligen Ablehnung einer Streichung des Abtreibungsparagrafen 218 aus dem Strafgesetzbuch gelungen.
2019 war Gössl noch als Weihbischof in Bamberg auf der Synodalversammlung vertreten.
Zugleich wandte sich Gössl gegen ein aus seiner Sicht falsches Verständnis der künftigen Synodalkonferenz. "Wenn man meint, man könne jetzt Entscheidungen treffen, die dann in den Diözesen umgesetzt werden, dann ist man auch auf dem Holzweg."
Gössl markierte in dem Interview auch eine inhaltliche Grenze im bisher gemeinsam beschrittenen Synodalen Weg. Er habe dort "wunderbare überzeugte Katholikinnen und Katholiken getroffen". Dieses Engagement sei für ihn ein "positives Erlebnis" gewesen. Aber: "Ich mache nicht alles mit." Es gebe auch einige, die nicht mehr auf katholischem Boden stünden und viel mit Emotionalität arbeiteten. "Sollten die sich irgendwann durchsetzen, dann würde ich auch aussteigen."
Am Ende der sechsjährigen Reformdebatte hatten sich die Bischöfe aus Köln, Regensburg, Passau und Eichstätt zurückgezogen. Ob sie auch dem geplanten neuen synodalen Gremium weiter fernbleiben, ist offen. Dafür wird auch entscheidend sein, ob dessen Statut wie beabsichtigt von der Kirchenleitung in Rom approbiert wird. (KNA)
