Würzburger Bischof Jung: Fastenzeit gegen Ohnmachtsgefühl

Zu Beginn der vorösterlichen Fastenzeit ruft Würzburgs Bischof Franz Jung zu mehr Mut und Optimismus auf. "Vielfach hat man den Eindruck, dass sich ein Gefühl der Ohnmacht und Lähmung breitmacht", so der Bischof in seinem Hirtenwort zur Fastenzeit. Die Großmächte teilten die Welt unter sich auf, während es wirtschaftlich nur bergab zu gehen scheine. "Innerkirchlich entmutigen die Krisenerfahrungen der vergangenen Jahre und der Blick darauf, dass wir weniger werden."
Dagegen rufe die christliche Botschaft dazu auf, Mut zu fassen und mit Vertrauen nach vorne zu schauen. "Wer mit Christus aufersteht, der nimmt sein Leben wieder neu in die Hand. Der bettelt nicht um Almosen und gibt sich nicht mit dem zufrieden, was gerade noch übrig bleibt. Sondern er lebt aus dem Schatz im Himmel, der Christus selbst ist."
"Hab Mut, steh auf!"
Jung bezog sich dabei auf die Begegnung des blinden Bettlers Bartimäus mit Jesus, wie sie im Markus-Evangelium beschrieben ist. Der Ausruf, den die Menge an den Bettler richtet "Hab Mut, steh auf!" ist auch das Leitwort des diesjährigen Katholikentags, der im Mai in Würzburg stattfindet. In der Bibel folge der Bettler dieser Aufforderung, so der Bischof. "Der Glauben öffnet ihm die Augen, so dass er sein Leben wieder in die Hand nehmen kann. Als Sehender folgt er Jesus auf seinem Weg nach Jerusalem."
Jenseits der Vertiefung im eigenen Glauben sollten Christinnen und Christen auch "auf die Klopfzeichen des Herrn in unserer Gesellschaft" hören, forderte Jung. Diese forderten die Kirche dazu auf, Stellung zu beziehen. "Das gilt für den Hilferuf der Menschen in Not im direkten Umkreis unserer Gemeinden. Den Armen, Obdachlosen und Geflüchteten gilt in der österlichen Bußzeit unser Augenmerk", fügte der Bischof hinzu. "Ein lautes Klopfzeichen sind auch die zunehmenden Spannungen innerhalb unserer gesellschaftlichen und kirchlichen Debatten. Sie fordern uns im Sinne der Synodalität und des entschiedenen Miteinanders dazu heraus, eine Kultur zu entwickeln, die eine ehrliche und konstruktive Auseinandersetzung ermöglicht." (KNA)