Rekordjahr für Jesuiten im Weltraum – deutscher Pater geehrt

2026 ist ein Rekordjahr für Jesuiten im Weltall: Schon Ende Februar wurden mehr Asteroiden nach Mitgliedern der Gesellschaft Jesu benannt als im gesamten Vorjahr. In der jüngsten Runde der Benennungen der kleinen Himmelskörper zwischen Mars und Jupiter wurden ein deutscher und ein argenitinischer Jesuit geehrt, teilte die Arbeitsgruppe für die Benennung kleiner Himmelskörper der Internationalen Astronomischen Union (IAU) in ihrem jüngsten Bulletin (Nr. 3 2026) mit. Insgesamt sind damit 2026 acht neue Jesuiten-Asteroiden dazugekommen, im Vorjahr waren es sieben.
Die beiden jüngsten Benennungen ehren die Jesuitenpatres Joseph Junkes (1900-1984), der ab 1953 Direktor des astrophysikalischen Laboratoriums am Observatorium des Vatikans war, sowie José G. Funes (geboren 1963), der von 2006 bis 2015 Direktor der Vatikanischen Sternwarte war. Junkes entwickelte Methoden zur Spektralanalyse, mit der Sterne anhand ihrer Strahlung analysiert werden können. Funes befasste sich mit der Entstehung von Galaxien und der Entwicklung von Sternen. In seine Amtszeit als Direktor fiel der Umzug der Zentrale der Vatikanischen Sternwarte vom Apostolischen Palast nach Castel Gandolfo. Die Asteroiden tragen nun die Namen "(805212) Junkes" und "(824655) Funes".
Nicht nur Kirchenleute mit wissenschaftlicher Expertise
Aufgrund des Engagements der Jesuiten für die Weltraumforschung führen die Mitglieder dieses Ordens mit etwa 50 Personen die Liste der mit Asteroiden geehrten Kirchenleute an. Aber auch kirchliche Persönlichkeiten ohne astronomische Meriten wurden bereits geehrt, im Januar etwa die heilige Faustyna und die ebenfalls polnische Ordensfrau Ursula Ledóchowska.
Die Benennung von Asteroiden ist ein mehrstufiger Prozess. Ein neuer Himmelskörper wird registriert, wenn er von einem Beobachter an zwei aufeinanderfolgenden Nächten beobachtet wird. Die Sichtungen müssen dann dem "Minor Planet Centre" der IAU gemeldet werden, das eine provisorische Identifikationsnummer vergibt. Anschließend werden frühere Sichtungen von bislang unidentifizierten Himmelskörpern mit der neuen Sichtung abgeglichen, eventuelle Doppelungen werden zusammengeführt. Sobald aus den Daten eine genaue Umlaufbahn ermittelt werden kann, erhält der Asteroid eine permanente Nummer. Das Recht, einen Namen auszuwählen, kommt dem Forscher zu, der genügend Daten für die Berechnung des Orbits geliefert hat, also nicht notwendig dem ersten Entdecker. Der Namensvorschlag wird dann von der Arbeitsgruppe für die Benennung kleiner Himmelskörper geprüft und schließlich offiziell veröffentlicht. (fxn)