Mutmaßlicher Vandalismus

Historische Weihwasserstele im Altenberger Dom zerstört

Veröffentlicht am 04.03.2026 um 10:47 Uhr – Lesedauer: 

Altenberg ‐ Im Altenberger Dom ist eine Weihwasserstele aus dem Mittelalter offenbar gewaltsam umgestoßen und schwer beschädigt worden. Die Kirchengemeinden wollen das bekannte Gotteshaus dennoch weiter offenhalten.

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Eine historische Weihwasserstele im Eingangsbereich des Altenberger Doms ist mutmaßlich gewaltsam umgeworfen und dabei schwer beschädigt worden. Die 1,14 Meter hohe Stele aus dem 13./14. Jahrhundert sei beim Aufschlagen auf dem Steinboden zerbrochen, wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" am Mittwoch berichtete. Beim Aufprall auf dem Boden habe sich zudem das Weihwasserbecken von der Säule gelöst und nach einer ersten Einschätzung Schäden am Relief davongetragen. Das Weihwasser, das sich in einer Metallschale im Weihwasserbecken befunden habe, sei ausgelaufen.

Entdeckt wurde die zerstörte Stele laut dem Bericht am Montagabend gegen 19 Uhr vom Küster der evangelischen Domgemeinde. Der örtliche katholische Pfarrer Thomas Taxacher, erklärte, dass sich nicht exakt sagen lasse, wann genau die Stele zerstört worden sei. Lange sei der Schaden aber wohl nicht unbemerkt geblieben, obwohl der Montag gewöhnlich einer der besucherärmeren Tage in Altenberg sei. Taxacher sagte der Zeitung weiter, er fühle sich an die Vandalismusschäden in der Kirche St. Laurentius in Bergisch Gladbach erinnert, die jüngst für Aufregung gesorgt hatten. Trotz des Schadens wolle man den Altenberger Dom tagsüber weiterhin geöffnet halten; vielleicht müsse man aber überlegen, ob man für mehr Sicherheit sorgen könne.

"Stele mit Wucht umgeschmissen"

Der Küster der katholischen Pfarrgemeinde, Adam Mainusch, äußerte die Vermutung, dass "sich jemand ausgetobt und die Stele mit Wucht umgeschmissen" habe. Ein Missgeschick eines Besuchers schließe er aus, denn der massive Naturstein sei schwer und könne, wenn er bei besonderen Anlässen zur Seite gestellt werden müsse, überhaupt nur mühsam wie ein Fass rollend bewegt werden. "Den kann kein Mann heben", so Mainusch. Den Angaben zufolge soll die zerstörte Stele nun abgeholt und restauriert werden. Er hoffe, so Pfarrer Taxacher, dass die Stele bald wieder zurückkehre.

Der Altenberger Dom – auch Bergischer Dom genannt – ist die ehemalige Klosterkirche der Abtei Altenberg. Bis 1511 war das Gotteshaus auch Grablege der Grafen und Herzöge von Berg sowie der Herzöge von Jülich-Berg. Die Abtei wurde 1803 im Rahmen der Säkularisation aufgelöst, der Dom wird seit dem Jahr 1857 simultan von der katholischen und der evangelischen Gemeinde als Pfarrkirche genutzt. (stz)