Acht Stunden Verhandlung im Goldensteiner Nonnen-Prozess
Acht Stunden dauerte am Montag die Verhandlung vor dem Salzburger Landesgericht im Streit um den Instagram-Account der Nonnen vom Kloster Goldenstein. Wann mit einem Urteil in der Hauptsache zu rechnen ist, blieb zunächst offen. Der Münchner Rechtsberater der Nonnen wertete die Verhandlungen am Dienstag gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) als "vollen Erfolg für die drei Nonnen und ihre Helferinnen".
Der Priester Wolfgang Rothe sagte, aus seiner Sicht habe der beklagte ehemalige Helfer der Ordensschwestern, der deren Instagram-Kanal @nonnen_goldenstein betreut, sein "eigenmächtiges und zudem rufschädigendes Verhalten" nicht begründen können: "Die Richterin hat festgestellt, dass er die Öffentlichkeit in die Irre geführt hat", so Rothe. Der Beklagte wollte sich auf KNA-Anfrage vor Veröffentlichung eines Urteils nicht äußern.
Nonnen missbilligen Werbung
Laut Rothe wollen die Ordensfrauen mit ihrer Klage erreichen, dass der Beklagte den Instagram-Kanal @nonnen_goldenstein nicht mehr im Namen der Nonnen betreiben darf. Bei dem Verhandlungstermin in Salzburg trafen die drei Schwestern persönlich auf den Beklagten, mit dem sie schon lange keinen persönlichen Kontakt mehr gehabt hatten. Dieser habe im Kloster bereits seit mehr als zwei Monaten Hausverbot. Mit Produkt-Placement und nicht abgesprochenen Beiträgen habe er die Schwestern sehr verärgert.
Seit kurz vor Weihnachten sorgt der Instagram-Account, mit dem die Klosterbesetzer-Nonnen aus dem österreichischen Goldenstein weltberühmt geworden waren, für Streit. Damals hatten sich die Ordensfrauen öffentlich von dem Account und dessen Betreiber distanziert. Die veröffentlichten Inhalte seien ihnen weder vorab zur Kenntnis gebracht noch nachträglich genehmigt worden. Nach dem Einsatz einer Medienanwältin hatte der Betreiber den Account schließlich Ende Januar stillgelegt. Kurz vor dem Gerichtstermin war er allerdings reaktiviert worden. Erneut werden dort Spenden gesammelt.
Streit eskaliert bei Instagram
So postete @nonnen_goldenstein am Mittwoch: "Wir müssen wieder Spenden sammeln." Mit Verweis auf verschiedene Klagen gegen Helfer der Nonnen, die dazu geführt hätten, dass mittlerweile keine Ersparnisse mehr vorhanden seien, bittet der Kanal seine Follower um Spenden. Im neuen Instagram-Account @realnonnengoldenstein warnen die Schwestern explizit vor ihrem alten Account, der ohne Wissen und gegen den Willen der Augustiner-Chorfrauen von Goldenstein reaktiviert worden sei. Und weiter: "Die Augustiner-Chorfrauen von Goldenstein erklären hiermit, dass sie mit dieser Spendensammlung nichts zu tun haben und nichts zu tun haben wollen." Der neue Kanal der Ordensfrauen hat mit rund 4.400 Followern weit weniger Reichweite als der alte mit aktuell 284.000 Followern.
Das Schicksal der Goldenstein-Nonnen, alle drei über 80 Jahre alt, hatte im Sommer 2025 international für Schlagzeilen gesorgt. Im September waren die Ordensfrauen gegen den Willen ihres Vorgesetzten aus einem Seniorenheim in ihr früheres Kloster zurückgekehrt. Das Gebäude gehört seit 2022 zu gleichen Teilen dem Erzbistum Salzburg und dem Stift Reichersberg. Die Schwestern geben an, ihnen sei ursprünglich ein lebenslanger Verbleib zugesagt worden; nach Krankenhausaufenthalten mussten sie jedoch Ende 2023 in ein Heim umziehen. (KNA)
