Umfrage zu Gemeindeleitung

Neue Studie: Mehr Mitwirkung, neuer Stil – Frauen verändern die Kirche

Veröffentlicht am 12.03.2026 um 13:48 Uhr – Lesedauer: 

Köln ‐ Wo Frauen Gemeinden leiten, verändert sich Kirche. Sie setzen auf Beteiligung, Dialog und neue pastorale Ideen – kämpfen aber weiterhin mit begrenzten Rechten. Das ist das Ergebnis einer Studie von Frauenverbänden.

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Katholische Frauenverbände haben eine Studie zur pastoralen Leitung von Gemeinden durch Frauen vorgestellt. Die Untersuchung zeigt, dass Frauen in Leitungspositionen das kirchliche Leben durch mehr Mitwirkung, dialogische Führung und neue pastorale Impulse prägen. "Diese Befragung ist ein Anfang. Sie macht sichtbar, welches Potenzial in pastoraler Leitung durch Frauen für die Zukunft der Kirche liegt", erklärten die Frauenverbände aus Deutschland, Österreich und der Schweiz am Donnerstag.

Befragt wurden den Angaben zufolge Ehren- und Hauptamtliche aus Gemeinden in den drei Ländern, die gemäß entsprechender Bestimmungen des Kirchenrechts (c. 517 § 2) von Frauen geleitet werden. Die Umfrage untersuchte verschiedene Dimensionen pastoraler Leitung, darunter partizipative, kommunikative und seelsorgliche Führungsstile. Grundlage der ersten Auswertung sind 54 ausgefüllte Fragebögen.

Leitung von Frauen als Gewinn

Die Ergebnisse zeigen, dass Frauen in pastoraler Leitung das Bild von Kirche verändern. Sie setzen stärker auf partizipative Führung, fördern Mitwirkung und stärken gemeinschaftliche Verantwortung. Zugleich werden strukturelle Herausforderungen sichtbar, etwa begrenzte Rechte im klerikalen Leitungsmodell, die Abhängigkeit von geweihten Männern sowie die Größe vieler pastoraler Räume und die damit verbundene Aufgabenfülle.

Weibliche Leitung wird laut Studie vielfach als Gewinn erlebt – als glaubwürdig, dialogisch, lebensnah und zukunftsorientiert. Insgesamt bestätige sich, dass Frauen in Leitungspositionen Kirche durch mehr Synodalität, stärkere Beteiligung und eine bewusst zurückgenommene Machtausübung prägen.

Initiiert wurde die Studie von den katholischen Frauenverbänden Katholischer Deutscher Frauenbund (KDFB), Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), Katholische Frauenbewegung Österreichs (kfbö), Frauenbund Schweiz und Katholische Frauenbewegung Südtirol (kfb). Die Idee entstand beim jährlichen Treffen der Verbände im April 2025. Anlass war die Frage, welche Auswirkungen es hat, wenn Frauen eine Pfarrei leiten. Angestoßen wurde die Diskussion durch die französische Ordensschwester Nathalie Becquart, Untersekretärin im vatikanischen Synodensekretariat. Eine verbandsübergreifende Arbeitsgruppe entwickelte daraufhin die Umfrage. (KNA)