Evangelische Kirche in Deutschland verliert viele Mitglieder
Der Mitgliederschwund in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hält an. Ende 2025 gehörten nach vorläufigen Angaben rund 17,4 Millionen Menschen einer der 20 Landeskirchen an, wie die EKD in Hannover mitteilte. Das sind 3,2 Prozent weniger als im Vorjahr und knapp 21 Prozent der Gesamtbevölkerung.
Als Gründe für den Rückgang nannte die Kirche vor allem Kirchenaustritte und Sterbefälle. Im Jahr 2025 traten demnach rund 350.000 Menschen aus der Kirche aus – ähnlich viele wie im Jahr zuvor. Rund 330.000 evangelische Kirchenmitglieder seien gestorben.
Taufen und Aufnahmen bringen neue Mitglieder
Zugleich verzeichnete die EKD auch neue Mitglieder. Rund 105.000 Menschen wurden im vergangenen Jahr getauft. Etwa jeder zehnte Täufling war über 14 Jahre alt. Zusätzlich gab es rund 16.000 Aufnahmen in die evangelische Kirche. Insgesamt kamen so etwa 120.000 Menschen neu zur Kirche hinzu.
Die EKD verwies darauf, dass kirchliche Angebote für viele Menschen weiterhin wichtig seien – etwa Gottesdienste, Seelsorge oder soziale Einrichtungen. Bundesweit engagierten sich Kirche und Diakonie unter anderem in Kindertagesstätten, Schulen und Beratungsstellen. Die Zahl der evangelischen Kita-Plätze sei zuletzt leicht gestiegen und habe 2025 bei rund 465.700 gelegen.
Mit Blick auf die Zukunft setzt die Kirche nach eigenen Angaben verstärkt auf neue Wege, Menschen mit dem christlichen Glauben in Kontakt zu bringen. Da immer weniger junge Menschen über ihr Elternhaus Zugang zu Kirche und Religion fänden, gewännen Glaubenskurse sowie Angebote für Erwachsene zunehmend an Bedeutung, so die EKD. Diese richteten sich sowohl an Getaufte als auch an Menschen ohne kirchliche Bindung. (KNA)
