307.000 Kirchenaustritte – katholische Kirche schrumpft langsamer

Die Zahl der Kirchenaustritte ist 2025 erneut leicht zurückgegangen. Mit 307.117 Austritten verzeichnet die am Montag veröffentlichte Kirchenstatistik der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) den niedrigsten Wert seit 2020. Einschließlich Sterbefällen, Taufen und (Wieder-)Aufnahmen in die katholische Kirche ist die Zahl der Katholiken in Deutschland damit im vergangenen Jahr um 549.636 Personen auf 19.219.601 Katholiken gesunken. Damit wird der Mitgliederrückgang leicht gedämpft: Im Vorjahr ging die Zahl der Katholiken durch Austritt und Tod noch um gut 575.000 zurück.
In einer ersten Reaktion bedauerte der DBK-Vorsitzende Heiner Wilmer die Austritte. "Die Beweggründe sind unterschiedlich, und doch sage ich – weil wir eine Gemeinschaft von Gläubigen durch Taufe und Firmung sind –, dass uns jeder Kirchenaustritt schmerzt." Dass die Zahl der Christinnen und Christen sinke, halte die Kirche aber nicht davon ab, "mit hohem persönlichen Einsatz Zeugnis vom Glauben zu geben. "Trotz aller Umbrüche ermutige ich dazu, dass wir den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern nach vorne schauen und gemeinsam – auch in ökumenischer Verbundenheit – nach Wegen suchen, wie Christsein heute in der Gesellschaft zu größerer Akzeptanz führen kann", so Wilmer weiter.
Regional gibt es deutliche Unterschiede. Die größte Rückgänge an Kirchenaustritten verzeichneten die Bistümer Eichstätt (-15 Prozent), Aachen und Limburg (jeweils -9 Prozent). In fünf Bistümern sind die Kirchenaustritte gestiegen: in Speyer (+1,8 Prozent), Paderborn (+2,3 Prozent), Magdeburg (+3 Prozent), Görlitz (+4,8 Prozent) und Passau (+9,1 Prozent).
Leichte Erholung bei Erstkommunion, Firmung und Gottesdienstbesuch
Im vergangenen Jahr wurden knapp 110.000 Menschen getauft (Vorjahr 116.000). Insgesamt 7.700 Menschen kamen durch Eintritte und Wiederaufnahmen zu den Kirchenmitgliedern dazu, das ist ein leichter Anstieg um 1.100 Personen im Vergleich zum Vorjahr. 87 Prozent der neu eingetretenen sind Übertritte aus der evangelischen Kirche. Den dazugekommenen Mitgliedern stehen neben den Austritten gut 203.000 katholische Beerdigungen (Vorjahr: gut 213.000) gegenüber. Die Zahl der Erstkommunionen und Firmungen blieb mit 152.300 und 105.000 nahezu konstant bei sehr leichten Steigerungen. 19.500 Paare wurden in der Kirche getraut (Vorjahr 22.500). Der Gottesdienstbesuch ist mit 6,8 Prozent der Katholiken erneut leicht gestiegen (Vorjahr 6,6 Prozent), konnte aber den Wert vor der Corona-Pandemie (9,1 Prozent im Jahr 2019) nicht wieder erreichbar.
Seit dem Rekordwert von über 520.000 Austritten im Jahr 2022 gingen die Kirchenaustritte kontinuierlich zurück. Trotz des Rückgangs bleibt die Zahl im langjährigen Vergleich aber hoch. Zuletzt war die Zahl der Austritte 2019 mit gut 270.000 Austritten niedriger. (fxn)
Alle Zahlen zur Kirchenstatistik 2025
Die Deutsche Bischofskonferenz hat alle Zahlen zur Kirchenstatistik inklusive einer Auswertung nach Bistümern online zur Verfügung gestellt.