Dialogversuche haben nicht gefruchtet

Missbrauch von Mutter Teresas Namen: Orden kündigt Klagen an

Veröffentlicht am 25.03.2026 um 11:42 Uhr – Lesedauer: 

Kalkutta ‐ Mutter Teresa steht für ein Leben in Armut und Nächstenliebe – ihr Name wird aber oft für mehr oder weniger gute Zwecke ohne Erlaubnis ihres Ordens verwendet. Den Schwestern reißt nun der Geduldsfaden.

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Die Missionarinnen der Nächstenliebe drohen mit Klagen gegen den Missbrauchs des Namens ihrer Gründerin, der heiligen Mutter Teresa. Die Generalobere der Gemeinschaft, Schwester Mary Michael Joseph, will laut dem asiatischen katholischen Onlineportal "UCANews" künftig die unerlaubte Nutzung des Namens, des Bildes, der Schriften und der Person Mutter Teresas rechtlich vorgehen. "Uns ist bekannt geworden, dass zahlreiche Organisationen den Namen und das Bild von Mutter Teresa ohne Genehmigung verwenden und Spendenaktionen durchführen", erläuterte die Generalobere.

Die Missionarinnen der Nächstenliebe und die Gläubigen, die mit Mutter Teresa verbunden sind, würden durch solche Nutzungen tief gekränkt. Derartige Fälle seien nicht neu. Jetzt sei es aber nach vielen Versuchen, das Problem durch Kommunikation zu beheben, an der Zeit, rechtliche Schritte zu ergreifen. Der Missbrauch des Namens oder des Bildnisses von Mutter Teresa in Werbemaßnahmen oder Spendenaufrufen führe die Öffentlichkeit in die Irre und verstoße gegen die Grundsätze, für die sich die Heilige eingesetzt habe, so der Orden weiter. Insbesondere Verleihungen von Auszeichnungen im Namen Mutter Teresa im Rahmen aufwendiger und luxuriöser Galas sind den Schwestern ein Dorn im Auge: "Eine solche Verschwendung steht in krassem Widerspruch zu dem Geist der Armut, Demut und Einfachheit, wie ihn Mutter Teresa gelebt hat."

Auch der Sari ist markenrechtlich geschützt

Der Orden verzichtet nach eigenen Angaben auf jede Art von Fundraising, da das der Überzeugung und den Prinzipien seiner Gründerin entgegenstehe. Die 1997 verstorbene Mutter Teresa hatte in ihrem Testament verfügt, dass ihr Name und ihr Bild nicht für Spendenwerbung verwendet werden dürfen. Über die rechtmäßige Verwendung soll dem Testament zufolge ihre jeweilige Nachfolgerin als Ordensobere verfügen. Damit die testamentarische Verfügung durchgesetzt werden kann, hat der Orden den Namen "Mutter Teresa" als internationales Markenzeichen angemeldet. Die 2014 bei der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) hinterlegte Markenzeichenanmeldungen schützt den Namen in Bezug auf alle Arten von gemeinnützigen Verwendungen. Der Markenschutz gilt vorerst bis Mitte 2034 und kann unbegrenzt für je zehn weitere Jahre verlängert werden. 2017 haben die Missionarinnen der Nächstenliebe auch ihr Ordensgewand, den weißen Sari mit charakteristischen blauen Streifen, markenrechtlich schützen lassen.

Der Orden der Missionarinnen der Nächstenliebe wurde 1950 von Mutter Teresa in Kalkutta gegründet. Als Ordensgewand wählte sie den Sari als einfache Kleidung der Armen aus. Heute gehören etwa 5.000 Schwestern zu dem Orden, die neben den drei Gelübden von Armut, Keuschheit und Gehorsam auch ein viertes ablegen, "den Ärmsten der Armen aus ganzem Herzen und ohne Gegenleistung" zu dienen. Schwerpunkt des Ordens ist die Sorge für Kranke und Sterbende. (fxn)