Emeritierter Bischof Hanke trauert Amtsbürden nicht hinterher
Der frühere Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke ist nach eigenem Bekunden froh, manche Bürden seines alten Amtes los zu sein. "Es hat einen durchaus heilsamen Aspekt, sich nicht mehr im Hamsterrad eines bischöflichen Terminkalenders drehen zu müssen", sagte der 71-Jährige in einem am Montag auf dem katholischen Kölner Internetportal "domradio.de" veröffentlichten Interview. Hanke ergänzte: "Ich werde nicht mehr getrieben von Terminen, die von ihrer geistlichen Substanz mitunter eher dünn sind, die sich hierzulande aber zwangsläufig mit dem Bischofsamt verbinden und auch wahrgenommen werden müssen."
Gefragt nach innerkirchlichen Richtungsdiskussionen sagte Hanke: "Ich muss sagen, ich bin nicht unfroh, dass ich mich diesen oft endlosen Debatten nun nicht mehr unterziehen muss." Er wolle nicht gegen etwas kämpfen, sondern sich für etwas einsetzen: für die Evangelisierung. So sei ein Dialog trotz unterschiedlicher Positionierungen innerkirchlich leichter möglich, als wenn man das Geschehen in der Kirche als ein politisches begreife.
Hoffnung auf Klettertouren
Der Benediktiner sprach auch über die Rolle von Orden. Diese hätten die Aufgabe, den Menschen Räume für die Entfaltung des Glaubens zu bieten – "auch Erfahrungsräume zu eröffnen, wie das gemeinsame Unterwegssein und gemeinsamer Glaube gehen". Hanke erklärte: "Das ist in unseren Pfarrgemeinden oft gar nicht so ausgeprägt, wenn Glaubensleben vornehmlich auf Liturgie und einige wenige Aktionen reduziert bleibt. Aber Leben teilen, wie es uns die Apostelgeschichte zeichnet, das ist hierzulande doch sehr unterentwickelt."
Zudem sagte der Bergfreund Hanke, er hoffe, im Ruhestand wieder mehr zum Klettern zu kommen – "auch wenn ich nun schon ab und an das Alter spüre und manchmal feststellen muss, dass Routen, die ich früher bewältigt habe, so nicht mehr möglich sind". Hanke betonte: "Es lässt alles nach."
Hanke hatte das im Herzen Bayerns gelegene Bistum Eichstätt seit Dezember 2006 geleitet. Zum 8. Juni 2025 ließ er sich auf eigenen Wunsch vom Bischofsamt entbinden. Als Grund nannte Hanke unter anderem eine "innere Ermüdung". Er ist inzwischen im Allgäu im Bistum Augsburg als einfacher Pater seelsorgerisch tätig. (KNA)
