Erinnerung an das Ideal der Heiligkeit

Papst Leo XIV.: Gläubige müssen bereit sein, als Märtyrer zu sterben

Veröffentlicht am 08.04.2026 um 11:24 Uhr – Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Heilig sind nach allgemeiner Wahrnehmung nur wenige. Papst Leo XIV. sieht das anders. Er ist überzeugt, dass alle Getauften zur Heiligkeit berufen sind. Die Messlatte liegt hoch.

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Papst Leo XIV. hat alle Christen an das Ideal der Heiligkeit erinnert. Bei der Generalaudienz für Pilger aus allen Erdteilen sagte er am Mittwoch auf dem Petersplatz: "Heiligkeit (...) ist kein Privileg für wenige, sondern eine Gabe, die jeden Getauften verpflichtet, die Perfektion in der Liebe anzustreben." Dies gelte sowohl für die Nächstenliebe als auch für die Liebe zu Gott. Wegen der Berufung aller Getauften zur Heiligkeit müssten auch alle Gläubigen bereit sein, für das Bekenntnis zu Christus als Märtyrer zu sterben. Zudem müssten sie sich in der Gesellschaft für Gerechtigkeit einsetzen, führte der Papst aus.

Allerdings sei die Berufung zur Heiligkeit nicht nur ein ethisches Engagement. Vielmehr betreffe sie das Wesen der christlichen Existenz. Das gelte sowohl für den Einzelnen als auch für die christliche Gemeinschaft, sagte Leo XIV. Dies komme in besonderer Weise bei Menschen in Ordensgemeinschaften und in anderen Formen des geweihten Lebens zum Tragen. Sie seien durch ihr Leben in Armut, Keuschheit und Gehorsam mit ihrer radikalen Form der Nachfolge "ein prophetisches Zeichen", unterstrich der Papst.

Papst begrüßt Waffenstillstand in Nahost

Leo XIV. die jüngste Waffenruhe in Nahost zwischen den USA und dem Iran und rief zum Gebet für die Verhandlungen auf. Unter dem Beifall zehntausender Menschen sagte er wörtlich: "Ich begrüße die Nachrichten über den für die Dauer von zwei Wochen vereinbarten Waffenstillstand. Nur durch Verhandlungen kann ein Ende der Feindseligkeiten erreicht werden."

Weiter sagte Leo XIV.: "Ich rufe dazu auf, die schwierigen diplomatischen Bemühungen mit Gebet zu begleiten. Und ich hoffe, dass die Bereitschaft zum Dialog dazu beitragen kann, auch andere Konfliktsituationen in der Welt zu lösen." Der Papst wiederholte seine Einladung zu einem großen Friedensgebet im Petersdom am Samstagabend, 11. April. Leo XIV., erster gebürtiger US-Amerikaner im Papstamt, wurde vor genau elf Monaten zum Oberhaupt der 1,4 Milliarden Katholiken gewählt. (tmg/KNA)