Fälschung nach bekanntem Muster

Fake-Account von Bischof Wilmer auf Instagram aufgetaucht

Veröffentlicht am 08.04.2026 um 12:22 Uhr – Lesedauer: 

Bonn ‐ Wieder geistert ein Fake-Bischof durch die sozialen Medien: Dieses Mal hat es den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz erwischt. Das Bistum Hildesheim stellt klar: "bischof.wilmer" ist nicht Bischof Wilmer.

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Auf Instagram ist ein angeblicher Account von Bischof Heiner Wilmer aufgetaucht. Bei dem Account mit dem Namen "bischof.wilmer" handelt es sich aber nicht um den echten Bischof, wie das Bistum Hildesheim auf Anfrage von katholisch.de am Mittwoch bestätigte. Der Account sei weder von Hildesheim noch von Münster oder der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) angelegt worden. In der Beschreibung wird Wilmer als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und ernannter Bischof von Münster vorgestellt. Das Bistum Hildesheim, dessen Bischof Wilmer noch bis zum Amtsantritt in Münster bleibt, wird nicht erwähnt.

Als bisher einziger Beitrag wurde ein Foto von Wilmer veröffentlicht, auf dem in weißer Schrift und mit fehlerhaftem Zeilenumbruch "Willkommen! Dies ist mein offizieller Instagram-Account" steht. Weitere Inhalte gibt es noch nicht. Heiner Wilmer ist seit 2018 Bischof von Hildesheim. Ende Februar wurde er zum Vorsitzenden der DBK gewählt. Ende März wurde er zum Bischof von Münster ernannt.

In den vergangenen Jahren sind immer wieder gefälschte Social-Media-Auftritte von katholischen Bischöfen aufgetaucht. Zuletzt warnte das Erzbistum Paderborn im Januar vor einem Account auf dem Dienst "X", der sich als Erzbischof Udo Markus Bentz ausgab. Vor allem auf "X", in jüngerer Zeit aber auch auf Instagram, ist für gefälschte Bischöfe oft der Italiener Tommaso Debenedetti verantwortlich, der seine Fälschungen als Beitrag zur Schärfung der Medienkompetenz verstanden wissen will. Typisch für Debenedettis Fake-Accounts ist der Versuch, falsche Todesmeldungen Prominenter in Medien zu platzieren. Falschmeldungen über den Tod des emeritierten Papstes Benedikt XVI. durch einen angeblich dem Limburger Bischof Georg Bätzing gehörenden Twitter-Account wurden 2022 von verschiedenen Medien als wahr vermeldet. (fxn)