Visitation in Heiligenkreuz beendet – Dikasterium gibt Anweisungen

Der Vatikan verlangt vom österreichischen Stift Heiligenkreuz nach einer Apostolischen Visitation eine Reflexion der theologischen und spirituellen Ausrichtung. Am Mittwoch teilte die Zisterzienserabtei mit, dass die 2025 angeordnete Visitation abgeschlossen ist und die Visitatoren ihren Bericht vorgelegt haben. "In den nächsten Monaten und Jahren werden sich die Mönche des Stifts Heiligenkreuz mit den Anweisungen des Ordensdikasteriums intensiv beschäftigen und damit an einer Vertiefung des Glaubenslebens und der Zukunftsfähigkeit der Gemeinschaft arbeiten", heißt es in der Mitteilung. "Der Abtei sind durch ihr rasches Wachstum große innere strukturelle Herausforderungen entstanden, bei denen der Heilige Stuhl die Abtei Heiligenkreuz durch seine Anweisungen unterstützen will."
Konkret erteilte das Dikasterium die Anweisung, sich um fünf Themenbereiche zu kümmern. Die Anweisungen des Dikasteriums umfassen eine optimierte Kommunikationsfähigkeit der Gemeinschaft nach innen und außen, die allein aufgrund der Größe des Konvents von über 100 Mönchen erforderlich sei, strategische Überlegungen zur Zukunft des Stiftes und Priorisierung der Aufgaben, eine Reflexion der theologischen und spirituellen Ausrichtung, eine Vertiefung der Heranführung junger Menschen an das monastische Leben und das Priestertum sowie eine Schärfung von Identität und Selbstbild des Stiftes Heiligenkreuz.
Dank an Visitatoren
In einer ersten Reaktion bedankte sich Abt Maximilian Heim bei den Visitatoren: "Die Gemeinschaft von Heiligenkreuz bedankt sich beim Dikasterium und den beiden Visitatoren für die wertschätzenden Gespräche im Lauf der Visitation und die guten Weisungen für die Zukunft." Mit der Visitation beauftragt waren der Benediktiner-Abtprimas Jeremias Schröder und die Generalsekretärin der Österreichischen Ordenskonferenz Schwester Christine Rod, die zum Orden der Missionarinnen Christi gehört. Der Vatikan hatte die Visitation im Juni 2025 angeordnet. Der Heilige Stuhl hatte darum gebeten, die Visitation "als einen Ausdruck wohlwollender Unterstützung zu verstehen, der darauf abzielt, die nachhaltige Entwicklung dieses blühenden Stiftes zu fördern und es vor möglichen inneren wie äußeren Gefährdungen zu bewahren".
Abtprimas Jeremias Schröder OSB und Sr. Christine Rod MC haben im Auftrag des Vatikans die Abtei Stift Heiligenkreuz visitiert.
Rod betonte, dass sie die Abtei als spirituellen Ort kennengelernt habe und eine große Kooperationsbereitschaft erleben konnte: "Die Anweisungen des Dikasteriums stellen einen wichtigen Handlungsrahmen für die Zukunft des Stiftes dar." Auch der Abtpräses der österreichischen Zisterzienser, Pius Maurer, stellte fest, dass das Stift Heiligenkreuz "viele gute Mönche" habe, "die bestimmt dafür sorgen werden, dass seine Gemeinschaft weiterhin dynamisch und monastisch bleibt". Wenn es Vorwürfe gegen einzelne Mitglieder der Gemeinschaft gebe, werde in Heiligenkreuz entsprechend der kirchlichen wie staatlichen Vorgaben gehandelt. "Die Apostolische Visitation war für die Gemeinschaft von Heiligenkreuz ein wertvoller Impuls zu einer langfristig positiven Entwicklung", so Maurer weiter.
Umgang mit geistlicher Autorität im Mittelpunkt der Visitation
Laut dem Dekret zur Visitation, das über Medien an die Öffentlichkeit kam, bestand der Auftrag der Visitatoren darin, "den Leitungsstil der Abtei in seiner Gesamtheit sowie das persönliche Führungsverhalten des Abtes eingehend zu prüfen". Neben der Beachtung und Umsetzung des kirchlichen Rechts sollte geprüft werden, "in welchem Maß geistliche Autorität in verantwortungsbewusstes und dienendes Handeln umgesetzt wird und wie innerhalb der Gemeinschaft mit Kritik, Anregungen und Rückmeldungen umgegangen wird, insbesondere im Hinblick auf Offenheit, Dialogfähigkeit und konstruktive Konfliktkultur". Außerdem sollte der Umgang mit "Vorwürfen von Missbrauch oder anderen schwerwiegenden Verfehlungen" untersucht werden.
Das fast 900 Jahre alte Stift Heiligenkreuz ist das zweitälteste noch bestehende Zisterzienserkloster. Es wurde 1133 südwestlich von Wien gegründet. Abt ist seit 2011 der aus Oberfranken stammende Maximilian Heim. In Deutschland hat Heiligenkreuz zwei Priorate. Seit 1988 sind die Mönche in Bochum-Stiepel, 2018 wurde das Priorat Neuzelle in Brandenburg errichtet. (fxn)