Weltkirche-Bischof Meier: Weiter Unterstützung für bosnische Kirche
Die Katholiken in Bosnien und Herzegowina brauchen aus Sicht des Weltkirche-Bischofs Bertram Meier weiterhin Unterstützung aus Deutschland. "Wir stehen solidarisch an der Seite der Katholikinnen und Katholiken in der Region", sagte der Augsburger Bischof am Freitag zum Abschluss seines viertägigen Besuchs in der Hauptstadt Sarajevo.
Die Katholiken in Bosnien und Herzegowina, hauptsächlich bestehend aus der kroatischen Bevölkerungsminderheit, hätten keine eigene politische Vertretung, so Meier. Zudem wanderten gerade immer mehr junge Katholikinnen und Katholiken nach Kroatien oder Westeuropa ab.
Die Bedingungen, um das kirchliche Leben in dem Balkanstaat aufrechterhalten zu können, seien schwierig. Trotzdem bleibe die katholische Kirche ein zentraler Akteur des sozialen Engagements und der Verständigung zwischen den verschiedenen Gruppen, betonte der Bischof.
Versöhnung durch interreligiösen Dialog
Auch die Zeit des Bosnienkrieges (1992–1995) sei noch spürbar und erschwere teilweise den Dialog. "Es wurden Wunden geschlagen, deren Narben nach wie vor sichtbar sind. Und es fällt weiterhin schwer, das Leid des jeweils Anderen anzuerkennen und auf gemeinsame Sichtweisen hinzuarbeiten", erklärte Meier. Dennoch gebe es einen regen interreligiösen Dialog zwischen Katholiken, orthodoxen Christen und Muslimen, dem eine hohe Bedeutung zukomme. Dieser Dialog könne dazu beitragen, Spaltungen zu überwinden und den Zusammenhalt zu stärken.
Neben Vertretern anderer Religionsgemeinschaften traf Meier bei seinem Besuch den Angaben zufolge auch den deutschen Botschafter vor Ort, Alfred Grannas, sowie den Hohen Repräsentanten der internationalen Gemeinschaft für Bosnien und Herzegowina, den CSU-Politiker Christian Schmidt. Bei Gesprächen mit beiden sei es auch um die Perspektive des EU-Beitritts für den Balkanstaat gegangen. (KNA)
