Unbekannte randalieren auf Friedhof von Ordensfrauen

Umgestoßene Grablichter, malträtierte Blumenschalen, aufgewühlte Erde – solche Bilder hat die Freinacht auf den 1. Mai auf einem Ordensfriedhof in Buchloe im Ostallgäu hinterlassen. Unbekannte randalierten auf der Ruhestätte der Dillinger Franziskanerinnen vor der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt, wie die "Allgäuer Zeitung" am Dienstag berichtete. Fotos von der Übeltat hat die Pfarreiengemeinschaft Buchloe auf ihrer Internetseite veröffentlicht.
Buchloes Stadtpfarrer Dieter Zitzler sagte der Zeitung, sogar einer der liegenden Grabsteine sei verrückt worden. Er ergänzte: "Empfinden die Täter gar kein Gespür mehr? Hier werden Grenzen ignoriert und es ist nicht nur der Sachschaden, der entstand. Bei Störung der Totenruhe gibt es keinen Spaß." Für ihn zeige sich durch die Zerstörung ein Verfall der Grundwerte, so etwas habe er noch nicht erlebt. Erst vergangenen Donnerstag, also direkt vor der Freinacht, wurden neue Buchsbäumchen zwischen den Gräbern gepflanzt, wie der Pfarrer hinzufügte. Doch die Täter hätten die neuen Pflanzen teilweise einfach wieder ausgegraben.
Der Friedhof ist laut dem Bericht inzwischen wieder hergerichtet. Die Polizei ermittelt demnach nun wegen Sachbeschädigung und Störung der Totenruhe. "Wir sprechen hier von einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder Geldstrafe", sagte Polizeihauptkommissar Markus Dösinger von der Buchloer Inspektion. Er erklärte, für die Buchloer Gegend sei diese Art von Vandalismus außergewöhnlich. Manchmal gebe es zwar kleinere Diebstähle auf Friedhöfen, aber einen solchen Vorfall habe man bislang nicht verzeichnen müssen. Angaben zur Schadenshöhe machte die Polizei nicht. Die Beamten bitten Zeugen, die in der Freinacht verdächtige Beobachtungen im Bereich des Friedhofs gemacht haben, sich unter Telefon 08241-96900 zu melden. (KNA)