Kopfwäsche des Papstes: "Drastische Unfruchtbarkeit" in Europa
Papst Leo XIV. hält die Ursachen der demografischen Krise in Europa für vielfältig und komplex. In einer Ansprache an eine fraktionsübergreifende Gruppe von Mitgliedern des EU-Parlaments sagte er am Montag im Vatikan, demografische Daten seien mehr als bloß statistische Zahlen. Es gehe um Vaterschaft, Mutterschaft und um Kinder.
Eine nachhaltige Entwicklung sei gefährdet, wenn es keine Solidarität unter den Generationen gebe. Eine solche Solidarität erfordere ein Gleichgewicht zwischen den Generationen, das jedoch in Europa leider nicht mehr vorhanden sei.
Drastische Unfruchtbarkeit
Die Zurückweisung der christlichen Inspiration der EU-Gründungsväter habe zu einer "drastischen Unfruchtbarkeit" geführt, so Leo XIV. Das liege nicht nur daran, dass man zu vielen das Recht auf Geburt verweigert habe; sondern auch daran, dass man der jungen Generation nicht das Nötige weitergegeben habe, um die Zukunft zu bewältigen.
Es gebe eine angeblich familienfreundliche Politik, die aber zugleich Mutterschaft diskriminiere, Abtreibung als Recht propagiere und die Grundlage des Wunschs einer Familiengründung untergrabe. Das führe dazu, dass Europa an einem Scheideweg seiner menschlichen, sozialen und wirtschaftlichen Zukunft stehe.
Innovative Ideen gefordert
Deshalb brauche es innovative Ideen, die darauf basierten, dass die Ehe zwischen Mann und Frau die Grundlage für die Familie und die Gesellschaft sei, mahnt der Papst. Dabei gehe es nicht darum, zu Gesellschaftsmodellen der Vergangenheit zurückzukehren, sondern den Männern und Frauen der Gegenwart Prinzipien mitzugeben, die für jedes Alter gelten.
Dazu gehörten die Bedeutung und der Wert des Lebens sowie die Beantwortung der Frage, was eine authentische menschliche Gesellschaft ausmache, so Leo XIV. Entsprechende politische Leitlinien müssten auf nationaler und auf EU-Ebene entwickelt und festgeschrieben werden. Christen in der EU könnten dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Nur ein neuer Frühling für die Familie könne den demografischen Winter einer alternden Gesellschaft verwandeln. (KNA)
