Bischof für "vollständige Aufklärung" des Falls

Staatsanwaltschaft fordert 72 Jahre Haft für Priester

Veröffentlicht am 27.05.2026 um 10:54 Uhr – Lesedauer: 

Malaga ‐ Schwere Vorwürfe gegen einen Priester in Spanien: Wegen mutmaßlicher Vergewaltigung von vier Frauen steht der Geistliche vor Gericht. Das Urteil soll in den kommenden Tagen fallen.

  • Teilen:

Im Vergewaltigungsprozess gegen einen Priester im südspanischen Málaga fordert die Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe von insgesamt 72 Jahren. Dem heute 42-Jährigen wird vorgeworfen, zwischen 2014 und 2018 mindestens vier Frauen betäubt und anschließend vergewaltigt zu haben. Nach Angaben der Zeitung "Costa Nachrichten" am Mittwoch soll der Geistliche einzelne Taten zudem gefilmt haben.

Laut Anklageschrift soll der Priester sein Amt genutzt haben, um das Vertrauen der späteren Betroffenen zu gewinnen. Die Frauen seien unter dem Vorwand privater Treffen in eine Wohnung gelockt, dort ohne ihr Wissen unter Drogen gesetzt und anschließend missbraucht worden. Die Betroffenen seien dabei teilweise nicht bei Bewusstsein gewesen. Der Angeklagte wurde im September 2023 festgenommen und befindet sich in Untersuchungshaft. Das Bistum Málaga hat ihn inzwischen von seinen priesterlichen Aufgaben entbunden. Mit einem Urteil wird Ende Mai oder Anfang Juni gerechnet.

Der Bischof von Málaga, José Antonio Satué, bat im Namen der Ortskirche die Betroffenen und Personen in vergleichbaren Situationen um Verzeihung. Das Bistum unterstütze eine "vollständige Aufklärung" der Vorwürfe und werde nach eigenen Angaben uneingeschränkt mit den Justizbehörden kooperieren. Für den Fall einer Verurteilung kündigte das Bistum unterdessen an, auch mögliche institutionelle Versäumnisse untersuchen zu wollen. Ein Gesprächsangebot des Bischofs an die Betroffenen war zuvor abgelehnt worden. (mtr)