Im Karmel Regina Martyrum

Ungewöhnliche "Ordens-WG" in Berlin gegründet

Veröffentlicht am 28.05.2026 um 08:45 Uhr – Lesedauer: 

Berlin ‐ Zwei Gemeinschaften unter einem Dach: Der Karmel Regina Martyrum und die Kongregation der Helferinnen machen räumlich in Berlin künftig gemeinsame Sache – und das trotz unterschiedlicher Aufgaben und Tagesabläufe.

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Ungewöhnliche Wohngemeinschaft in Berlin: Seit Pfingsten leben im Ortsteil Charlottenburg-Nord mit dem Karmel Regina Martyrum und der Kongregation der Helferinnen zwei unterschiedliche Ordensgemeinschaften unter einem Dach. "Beide Gemeinschaften haben sich in einem intensiven Prozess für diesen Schritt entschieden, wobei beide weiterhin ihr eigenes Charisma leben und zugleich gemeinsam auf dem Weg sind", heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten gemeinsamen Pressemitteilung. Die vier Schwestern der Kongregation der Helferinnen, die zuvor in einem Mehrfamilienhaus im Bezirk Lichtenberg gewohnt hatten, bewohnten eine eigene Etage des Klostergebäudes der Karmelitinnen mit separatem Eingang.

Auf Nachfrage von katholisch.de erklärte Sr. Teresia Benedicta Weiner vom Karmel Regina Martyrum, dass ihre aus sieben Schwestern bestehende Gemeinschaft über ein großes Klostergebäude verfüge und sich seit geraumer Zeit Gedanken darüber gemacht habe, wie das Haus zusätzlich sinnvoll genutzt werden könne. Die Schwestern der Kongregation der Helferinnen seien bereits länger mit der Gedenkkirche Maria Regina Martyrum (Maria Königin der Märtyrer) direkt neben dem Karmel verbunden gewesen und hätten sich eine größere Nähe zu der Kirche gewünscht. So sei man schließlich übereingekommen, den Schwestern eine eigene Etage im Klostergebäude zur Verfügung zu stellen.

Unterschiedliche Aufgaben und Tagesabläufe

Ungewöhnlich ist dieser Schritt auch aufgrund der sehr unterschiedlichen Aufgaben und Tagesabläufe der beiden Gemeinschaften. Während der Lebens- und Arbeitsbereich der Karmelitinnen das Kloster ist, gehen die Schwestern der Kongregation der Helferinnen Berufen in der Pastoral, der sozialen Arbeit und der Psychotherapie nach. Beide Gemeinschaften verbindet jedoch, dass sie aus Gebet und Stille heraus ihren Alltag gestalten und die Nöte der Menschen ins Gebet bringen. "Gemeinsam wollen wir durch unsere Präsenz ein Zeichen der Hoffnung und der Solidarität mit den Menschen sein", so Sr. Melanie Kluth von der Kongregation der Helferinnen.

Der Karmel Regina Martyrum wurde 1982 von Schwestern aus dem Karmel Heilig Blut nahe dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau gegründet. Die Berliner Gemeinschaft hält in der Nähe der ehemaligen Hinrichtungsstätte Plötzensee die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus wach. Das Klostergebäude befindet sich neben der Gedenkkirche Maria Regina Martyrum, dem zentralen Gedenkort der deutschen Katholiken für die christlichen Opfer des Hitler-Regimes. (stz)