Bald nicht mehr nach Erzbischof benannt?

Debatte um Johannes-Dyba-Allee – Stadt tauscht sich mit Bistum aus

Veröffentlicht am 28.05.2026 um 12:40 Uhr – Lesedauer: 

Fulda ‐ In der Debatte um die Umbenennung einer nach Erzbischof Dyba benannten Straße haben sich das Bistum Fulda und die Stadt Fulda ausgetauscht. Bischof Gerber betonte: "Wir wollen unsere Geschichte nicht schönfärben."

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Das Bistum Fulda und die Stadt Fulda haben sich über eine mögliche Umbenennung der Johannes-Dyba-Allee ausgetauscht. Nun soll ein städtischer Ausschuss eine Empfehlung ausarbeiten. Das Bistum will den Prozess der Meinungsbildung weiter konstruktiv begleiten, wie es am Donnerstag nach einem Treffen am Mittwochabend mitteilte. Die Entscheidung zur Johannes-Dyba-Allee liege aber letztlich allein bei den kommunalen Gremien, betonte Bischof Michael Gerber.

Dem früheren Erzbischof Johannes Dyba (1929–2000) wird vorgeworfen, Hinweisen auf sexualisierte Gewalt und Missbrauch durch Priester nicht nachgegangen zu sein. Dies geht aus einem im Juni 2025 veröffentlichten Bericht einer unabhängigen Kommission hervor. Die SPD hatte im Fuldaer Stadtparlament deshalb die Umbenennung der nach Dyba benannten Allee in Kastanienallee beantragt – so wie die rund 150 Meter lange Straße am Domplatz bis zum Jahr 2000 hieß.

Bistum will sich Verantwortung stellen

Im Mittelpunkt des Austausches zwischen städtischen Vertretern und Bischof Gerber stand neben dem Thema der Straßenumbenennungen auch die Entwicklung einer Erinnerungskultur. Auch die unabhängige Kommission, die den Bericht erarbeitet hatte, war dabei vertreten.

Gerber habe dabei unterstrichen, dass sich das Bistum seiner Verantwortung bewusst stelle und einen offenen und differenzierten Umgang mit der eigenen Geschichte als wesentlichen Auftrag verstehe. "Wir wollen unsere Geschichte nicht schönfärben, wir wollen sie auch nicht umschreiben, denn Bischof Dyba ist und bleibt Teil der Kirchen- und der Stadtgeschichte", wurde Gerber in der Mitteilung zitiert. (KNA)