Frau behauptet, seit Jahren mit Priester verheiratet zu sein

Eine Frau aus Indien wirft einem ehemals im Bistum Münster tätigen, indischstämmigen Priester vor, seit Jahren mit ihr verheiratet zu sein. Wie die "Rheinische Post" am Donnerstag berichtete, habe die Frau sich bei der Ombudsstelle des Bistums gemeldet und erklärt, den Geistlichen im Jahr 2021 in Indien geheiratet zu haben. Das Bistum Münster bestätigte der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) auf Anfrage, dass es den Sachverhalt prüfe. Darüber hinaus werde es derzeit keine weiteren Angaben machen.
Laut Zeitungsbericht bestreitet der Priester die Vorwürfe. Die Frau sei stattdessen eine langjährige Familienbekannte und Verwandte. Demnach behauptet er, dass die gleichen Vorwürfe gegen ihn bereits Anfang des Jahres in seiner indischen Heimatdiözese erhoben worden seien. Eine vom dortigen Ortsbischof eingesetzte Untersuchungskommission habe die Angelegenheit aufklären können.
Der Geistliche war bis November 2025 im Bistum Münster eingesetzt. Dann wurde er wegen eines Strafverfahrens wegen sexueller Belästigung vom Dienst freigestellt. Zugleich wurden ihm alle priesterlichen und seelsorglichen Tätigkeiten untersagt. Das Strafverfahren ist inzwischen gegen Zahlung einer Geldstrafe eingestellt. Allerdings läuft noch ein kirchenrechtliches Verfahren. Bis zu dessen Abschluss bleiben die gegen ihn verhängten Maßnahmen bestehen. Da laut Bistum Münster das Vertragsverhältnis demnächst endet, wird mit einer Rückkehr des Geistlichen nach Indien gerechnet. (KNA)