Weltweit ältester Priester mit 110 Jahren im Kreis Fulda gestorben

Der nach Angaben des Vatikans weltweit älteste katholische Priester ist mit 110 Jahren im Kreis Fulda gestorben. Bruno Kant sei am Freitagabend in seinem Ruhestands-Wohnort Eichenzell-Löschenrod gestorben, teilte das Bistum Fulda am Samstag mit. Zu seinem 110. Geburtstag am 26. Februar habe Kant noch ein persönliches Gratulationsschreiben von Papst Leo XIV. erhalten. Bis zu seinem 102. Lebensjahr habe der Pfarrer regelmäßig seelsorgliche Dienste übernommen.
Fuldas Bischof Michael Gerber würdigte Kant am Samstag als Priester, dessen Glaubenszeugnis und Dienst viele Menschen über Generationen hinweg geprägt hätten. "Bis ins hohe Alter strahlte er jene Bescheidenheit, Menschenfreundlichkeit und geistliche Tiefe aus, die sein ganzes priesterliches Leben geprägt haben." Das Bistum Fulda verliere mit Kant einen Priester, "dessen Lebensweg mehr als ein Jahrhundert kirchlicher und gesellschaftlicher Geschichte berührte".
Seit 1991 im Ruhestand
Bruno Kant, 1916 im damals westpreußischen Werblin geboren, machte nach Angaben des Bistums 1934 das Abitur in Danzig und begann in Braunsberg und Freiburg das Theologiestudium. 1943 zum Kriegsdienst einberufen, geriet er in sowjetische Gefangenschaft und nahm nach seiner Rückkehr 1948 das Studium in Fulda wieder auf. 1950 wurde er im Fuldaer Dom zum Priester geweiht. Kant wirkte in mehreren Gemeinden des Bistums Fulda als Pfarrer, mehr als drei Jahrzehnte lang in der Pfarrei St. Ägidius in Petersberg-Marbach. Zudem war er von 1981 bis 1986 Dechant des Dekanats Hünfeld. 1991 trat er in den Ruhestand.
"Durch das Beten bleibe ich jung", hatte Kant im November 2025 katholisch.de gesagt. Er bete täglich, lese in seinem Brevier, dem Gebetsbuch für katholische Priester – und löse Sudoku-Rätsel. "Ich hatte immer einen starken Glauben", so Kant damals. Zugleich frage er sich immer noch, warum "der liebe Gott so viel Unsinn, Unglück und Bosheit in der Welt zulassen kann".
(cph/epd/KNA)