Für Papst-Enzyklika fehlen lateinische Worte
Die Sozialenzyklika "Magnifica humanitas" von Papst Leo XIV. wird vorerst nicht auf Latein erscheinen. Vatikanische Quellen rechnen mit der offiziellen Übersetzung erst "nach der Sommerpause". Dem Vernehmen nach arbeiten mehrere Latinisten im Vatikan unter Hochdruck an der Fassung.
Erschwert wird die Arbeit durch das Fehlen einiger lateinischer Wörter für in der Enzyklika vorkommende Begriffe. Sie müssen eigens als Neologismen erdacht werden. Dies trifft allerdings nicht zu für einen der wichtigsten Begriffe des Textes, den "Algorithmus". Dieser ist selbst die latinisierte Form eines ursprünglich aus dem Persischen stammenden Begriffs.
Wichtige Übersetzungen noch in Arbeit
Neben der lateinischen fehlten bislang auch noch wichtige andere Übersetzungen, darunter die chinesische und die russische. Längst fertig ist hingegen die arabische Version. Sie wurde zusammen mit den Fassungen auf Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Englisch, Französisch, Deutsch und Polnisch bereits am Pfingstmontag vom Vatikan im Netz präsentiert.
Es wird vermutet, dass die zuständigen Vatikanmitarbeiter bei diesen Übersetzungen auch auf Künstliche Intelligenz zurückgegriffen haben. Für Übersetzungen ins Lateinische funktioniert diese Technologie allerdings nur sehr begrenzt.
In Buchform liegt das von der Vatikanischen Verlagsbuchhandlung herausgegebene Werk bereits auf Italienisch vor. Deutschsprachige Druckausgaben bereiten derzeit unter anderem die Verlage Herder, Patmos und Benno vor. (KNA)
