Was passierte in Sievernich?

Angebliche Marienerscheinungen im Rheinland – Kommission eingesetzt

Veröffentlicht am 02.06.2026 um 09:10 Uhr – Lesedauer: 

Sievernich ‐ Vor 25 Jahren berichtete eine Frau aus dem Rheinland, die Gottesmutter sei ihr am jeweils ersten Montag des Monats erschienen. Das löste einen Pilgerstrom in ein Dorf aus. Jetzt prüfen Experten.

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Die katholische Kirche lässt angebliche Marienerscheinungen in dem kleinen Ort Sievernich westlich von Köln jetzt offiziell prüfen. Das Bistum Aachen hat laut Kirchlichem Amtsblatt dafür eine Untersuchungskommission eingesetzt. Den Vorsitz der Kommission aus vier Experten hat der Rechtswissenschaftler und Staatskirchenrechtler Stefan Mückl aus Rom.

Auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) erläuterte ein Bistumssprecher die Hintergründe. Das vatikanische Dikasterium für die Glaubenslehre habe vor zwei Jahren Normen für Verfahren zur Beurteilung mutmaßlicher übernatürlicher Phänomene erlassen. "Auf Grundlage dieser Normen gibt es jetzt eine Verfahrenssicherheit, mutmaßlich übernatürliche Phänomene zu beurteilen." So habe Bischof Helmut Dieser die vorgesehene Kommission eingesetzt, um die Berichte aus Sievernich zu untersuchen.

Marias Botschaft: Mehr beten

Die Experten müssen sich mit ungewöhnlichen Schilderungen auseinandersetzen. Anfang der 2000er-Jahre hatte eine Frau aus Düren erstmals berichtet, ihr sei in der kleinen Pfarrkirche Sankt Johann Baptist im 500-Einwohner-Ort Sievernich die Mutter Gottes erschienen – ganz in Weiß gekleidet und mit einem bodenlangen Schleier. Zwei Botschaften, die in den Schilderungen immer wieder vorkommen: Man solle viel beten. Und Maria sei an der Seite der Menschen in Not.

Einmal im Monat komme es zu einer solcher Erscheinung, zitierten mehrere Medien damals die Frau mit dem Namen Manuela. Immer mehr Pilger kamen von weit her nach Sievernich. Als die Frau im Oktober 2002 angeblich die letzte vorher angekündigte Erscheinung hatte, strömten schließlich viele hundert Menschen zusammen, mehrere ehrenamtliche Ordner waren nötig, wie Regionalzeitungen berichteten. Nach dem Ende dieser berichteten Erscheinungen am jeweils ersten Montag des Monats soll es nach Darstellung Manuelas bis 2005 noch unregelmäßige Begegnungen mit Maria gegeben haben. (KNA)