Ähnliche Ergebnisse bei Vorgänger

41 Prozent der Ukrainer vertrauen Papst Leo XIV.

Veröffentlicht am 04.06.2026 um 09:00 Uhr – Lesedauer: 

Kiew ‐ Das Verhältnis zwischen Kiew und dem Vatikan galt mal als eher instabil. Wie viele Ukrainer dem Papst heute vertrauen und wie viele ihm misstrauen, zeigt nun eine Umfrage.

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Knapp über 40 Prozent der Ukrainerinnen und Ukrainer vertrauen Papst Leo XIV. einer Umfrage zufolge völlig oder überwiegend. Damit schneidet er in der am Mittwoch vom Kiewer Institut Rating Group veröffentlichten Erhebung besser ab als fast alle anderen Kirchenoberhäupter. Nur Metropolit Epiphanius, der Leiter der 2018 gegründeten Orthodoxen Kirche der Ukraine (OKU), liegt mit 47 Prozent vor dem Papst (41 Prozent).

Mit Abstand folgen beiden das Oberhaupt der Ukrainischen Orthodoxen Kirche (UOK), Metropolit Onufrij (28 Prozent), der griechisch-katholische Großerzbischof von Kiew, Swjatoslaw Schewtschuk (27 Prozent), und der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I. (25 Prozent). Zu Schewtschuk und Bartholomaios machten sehr viele Befragte die Angabe, sie würden diese Kirchenoberhäupter nicht kennen. Schlusslicht ist der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I., dem drei Prozent vertrauen.

Fast drei von zehn misstrauen Leo XIV.

Dem Vorgänger Leos XIV., Franziskus, brachten im Mai 2018 nach Angaben des Instituts 40 Prozent Vertrauen entgegen. Im September 2018 seien es aber nur noch 34 Prozent gewesen. Zu dem Thema führte die Rating Group dann mehr als sieben Jahre keine Umfragen mehr durch.

Ganz zufrieden kann Leo XIV. mit dem Umfrageergebnis allerdings nicht sein: Laut Umfrage misstrauen ihm 27 Prozent der Ukrainerinnen und Ukrainer völlig oder überwiegend. Nur Onufrij (28 Prozent) und Kyrill (78 Prozent) schneiden bei dieser Frage schlechter ab. Das Institut befragte nach eigenen Angaben Anfang Mai 2.000 Erwachsene in der Ukraine.

"Mut zur weißen Fahne"

Papst Franziskus war in der von Russland angegriffenen Ukraine scharf kritisiert worden wegen seiner Äußerung, das Land solle "Mut zur weißen Fahne" haben. Dagegen erntete Leo XIV. in der überwiegend orthodox geprägten Ukraine bisher eher wenig Kritik.

In der Ukraine bezeichnen sich laut der aktuellen Umfrage 58 Prozent der Erwachsenen als orthodoxe Christen. Sieben Prozent bekennen sich demnach zu der mit Rom verbundenen griechisch-katholischen Kirche. Ein Prozent ist römisch-katholisch, zwei Prozent sind Protestanten. Nicht gläubig oder atheistisch sind den Angaben zufolge elf Prozent. (KNA)