Gesamte Redaktion verlässt Kirchenzeitung
Die gesamte Redaktion verlässt das "Rupertusblatt", die Wochenzeitung der Erzdiözese Salzburg. Darüber berichteten die "Salzburger Nachrichten" und die österreichische Nachrichtenagentur "Kathpress" am Mittwoch. Nach Angaben der Erzdiözese erfolgt der personelle Wechsel einvernehmlich. Die redaktionelle Arbeit sei allerdings gesichert, weshalb die Wochenzeitung in der gewohnten Form weiterhin erscheinen werde. Die Nachbesetzung der offenen Stellen laufe bereits an.
In einer am Donnerstag veröffentlichten Stellungnahme auf ihrer Internetseite verweist die Zeitung auf massive Umbrüche im Mediennutzungs- und Konsumverhalten ihrer Leserschaft. Vor diesem Hintergrund stünde man deshalb vor strategischen Weiterentwicklungen. Über den künftigen Kurs habe es jedoch unterschiedliche Auffassungen zwischen der Redaktion und den Kommunikationsverantwortlichen gegeben. In der Folge hatten sich die Redaktionsmitglieder dazu entschieden, das Blatt zu verlassen. Nach Angaben der Erzdiözese sollen sie künftig andere Aufgaben innerhalb der Erzdiözese übernehmen.
Keine Debatte um inhaltlichen Kurs
In Bezug auf den künftigen Kurs und die unterschiedlichen Auffassungen erklärte der Kommunikationschef der Erzdiözese, Thomas Hödl, dass die inhaltliche Linie der Zeitung nicht zur Debatte stand. Das "Rupertusblatt" war im Zuge einer Neuorganisation vor zwei Jahren als Stabsstelle direkt dem Erzbischof zugeordnet worden. Herausgeber ist Erzbischof Franz Lackner. Organisatorisch ist die Zeitung zugleich Teil der Kommunikationsabteilung der Erzdiözese.
Wie auch andere kirchliche Wochenzeitungen steht auch das "Rupertusblatt" unter wirtschaftlichem Druck. Die Auflagenzahlen sind seit Jahren rückläufig. Laut der Österreichischen Auflagenkontrolle (ÖAK) zählt das Blatt derzeit 6.660 Abonnenten und eine Druckauflage von mehr als 7.800 Stück. Die Wochenzeitung finanziert sich durch Abo-Einnahmen, Werbung, Presseförderung und Zuschüssen aus dem Budget der Salzburger Erzdiözese. Nach Angaben Hödls gibt es aktuell ein finanzielles Defizit. Ziel sei es, ab 2027 einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen, wobei die Erzdiözese weiterhin die Personalkosten mittragen werde. (mtr)
