Kardinal Marx würdigt NS-Märtyrer – nimmt an Seligsprechung teil
Kardinal Reinhard Marx hat das Zeugnis von neun zwischen 1941 und 1942 in deutschen Konzentrationslagern getöteten Priestern des Salesianerordens aus Polen gewürdigt. Sie werden am Samstag in Krakau seliggesprochen. An dem Gottesdienst wird auch der Erzbischof von München und Freising teilnehmen.
"Es berührt mich immer wieder neu, wie sehr gerade diese geschundenen Menschen in den Todeslagern selbst zu Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe fähig waren", sagt Marx in einem Beitrag für die Rundfunkreihe "Zum Sonntag". Dieser wird am 7. Juni um 7.25 Uhr auf Bayern 2 Radio gesendet. Die Seligsprechung halte das Gedenken an Menschen wach, die Menschlichkeit gelebt hätten. Seiner Ansicht nach ist sie das stärkste Mittel gegen Menschenfeindlichkeit, gegen Hass, Rassismus, Antisemitismus und völkischen Nationalismus.
Kraft der Begegnung
Unter den Priestern, die nun seliggesprochen werden, ist auch Pater Franciszek Miska, der im Mai 1942 im KZ Dachau starb. Er und seine Mitbrüder haben laut Marx "die Unmenschlichkeit, mit der sie traktiert wurden, nicht weitergeführt, sondern haben ihren Mitgefangenen Glauben, Hoffnung und Liebe gegeben". Menschen wie Miska seien Christinnen und Christen Vorbilder im Glauben an einen Gott, der selbst Mensch wurde, und der Mitmenschlichkeit. Sie zeigten unter unmöglichen Bedingungen die Kraft der Begegnung.
Der Kardinal erinnert auch an die Botschaft der 2025 verstorbenen Holocaustüberlebenden Margot Friedländer: "Seid Menschen!" Das Schicksal der neun Männer sei eine erneute Erinnerung, aufzustehen gegen Menschenhass und gegen Nationalismus und für die eine Menschheitsfamilie, ist Marx überzeugt. (KNA)
