Fliegende Pressekonferenz auf Reise

Papst Leo XIV.: Ich lerne nachts Deutsch

Veröffentlicht am 06.06.2026 um 12:04 Uhr – Lesedauer: 

Rom/Madrid ‐ Einige Nutzer einer Sprach-Lern-App wussten es schon länger: Papst Leo XIV. lernt spät in der Nacht online die deutsche Sprache. Nun hat er es auch selbst bestätigt.

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Für einen möglichen Deutschlandbesuch lernt Papst Leo XIV. schon einmal die Sprache. "Ich lerne spät in der Nacht Deutsch, tagsüber habe ich praktisch keine Zeit dafür", sagte er am Samstag auf dem Flug nach Madrid der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Die Frage, ob er eine Reise nach Deutschland plane, bejahte er, schränkte aber ein, die Vorbereitungen hätten keinen konkreten Zeitplan.

Bei verschiedenen Anlässen hatte der Papst öffentlich Deutsch gesprochen. Am Freitag entschuldigte er sich bei einem Empfang deutscher Verbindungsstudenten für sein verspätetes Erscheinen mit einem Hinweis auf die deutsche Pünktlichkeit und fügte auf Deutsch hinzu: "Ich bin ein Ausländer!"

Weiterhin betonte der Pontifex während der "Fliegenden Pressekonferenz", dass entgegen der Behauptung führender US-Politiker der Krieg im Iran nicht ethisch gerechtfertigt sei. "Ich denke, es wurde bereits sehr deutlich gesagt: Es gibt dort keinen gerechten Krieg", sagte Leo XIV. US-Vizepräsident James David Vance, 2019 zum Katholizismus übergetreten, hatte sich für die Rechtfertigung des Militärangriffs auf den Iran auf theologische Maßstäbe eines "gerechten Krieges" berufen und in dem Zusammenhang Papst Leo XIV. kritisiert.

Zurück bis Augustinus

Zur heutigen Anwendbarkeit des Konzepts eines "gerechten Krieges", das im Wesentlichen auf den spätantiken Kirchenlehrer Augustinus (354-430) zurückgeht, bemerkte der Papst: "Das Problem ist, dass die Theorie des 'gerechten Krieges' Jahrhunderte zurückliegt. Sie hat die Waffen und die Zerstörungskraft, die der Mensch heute besitzt, nicht einmal vorausgeahnt."

Zudem rief der Papst den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu Verhandlungen mit der Ukraine auf: "Man sollte zu Verhandlungen zurückkehren. Man muss Druck ausüben, damit Gewalt und Krieg enden und eine Lösung gefunden wird." Der Papst betonte, er mache sich große Sorgen um die Ukraine, die Lage werde immer schlimmer. "Zu viele Menschen sterben dort, wir müssen der Gewalt und dem Krieg ein Ende setzen", sagte Leo XIV. Er begrüßte, dass inzwischen auch in den USA die politischen Kräfte stärker würden, "die ihre Unterstützung anbieten".

Der Papst ließ auch durchblicken, dass er bei der Fußball-WM seinem Heimatland, den USA, die Treue hält. In Loyalitätskonflikte wird der Papst bei der WM nicht kommen. Peru, seine Wahlheimat in seiner Zeit als Missionar und Bischof, ist bei der WM nicht vertreten, weil es bereits in der Qualifikation ausschied. Dasselbe gilt für Italien, in dessen Hauptstadt Rom Leo XIV. jetzt Bischof ist. Auch der Vatikanstaat, als dessen Staatsoberhaupt der Papst fungiert, nimmt nicht an der Fußball-WM teil. (cph/KNA)