Kirchenvater, Bischof, Missionar

Papst Leo spricht über seine Vorbilder – zwei davon sind Spanier

Veröffentlicht am 07.06.2026 um 08:53 Uhr – Lesedauer: 

Madrid ‐ Spätabendliche Gebetswachen mit Tausenden Jugendlichen gehören zum Standardprogramm auf Papstreisen in katholische Länder. In Spanien nutzte Leo XIV. einen solchen Termin für einige sehr persönliche Einblicke.

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Papst Leo XIV. hat bei einer Begegnung mit Jugendlichen am Samstagabend in Madrid Einblicke in seinen persönlichen Werdegang als Christ gegeben. Auf die Frage nach für ihn prägenden Gestalten nannte er den Kirchenvater Johannes Chrysostomos (344-407), den spanischen Bischof Thomas von Villanova (1486-1555) und den spanischen Peru-Missionar Toribio de Mogrovejo (1538-1606).

Alle drei haben Eigenschaften und Stationen in ihrer Biografie, die Gemeinsamkeiten mit dem heutigen Papst erkennen lassen. Über Chrysostomos sagte er: "Das Wort Gottes im Herzen tragend, gab er es an alle weiter und bezeugte konsequent die Wahrheit des Evangeliums angesichts der Häresien seiner Zeit. Besonders beeindruckt haben mich seine großartigen Katechesen, die die Liebe zur Wahrheit mit einem rechtschaffenen Leben verbinden, ebenso wie sein Mut, vor dem Kaiser zu sprechen und stets die Wahrheit zu sagen."

Zu Villanova bemerkte der Papst: "Er war ein Augustiner, der dazu berufen war, ein Hirte der Kirche zu werden.(...) Als Bischof von Valencia nahm er eine intensive Reform der Kirche, vor allem des Klerus, in Angriff und ermahnte seine Mitbrüder zu Ausdauer im Gebet, in der Keuschheit und im Gehorsam. Seine glühende Nächstenliebe hat mich in Zeiten der Prüfung ermutigt."

Intensives Gebetsleben

Über den Heiligen Toribio sagte Leo XIV.: "Er verband ein intensives Gebetsleben mit dem Einsatz für Gerechtigkeit, insbesondere angesichts der Missstände und der Verdorbenheit seiner Zeit. Deshalb ist er für mich ein Vorbild des Einsatzes für die Menschen, besonders die Ärmsten, im Namen Christi."

„Als ich das Leben dieser Heiligen betrachtete, sagte ich mir wie der heilige Augustinus: Wenn sie dazu fähig waren, warum sollte ich es dann nicht sein?“

—  Zitat: Papst Leo XIV.

Was diese Vorbilder in ihm auslösten, beschrieb Papst Leo so: "Als ich das Leben dieser Heiligen betrachtete, sagte ich mir wie der heilige Augustinus: Wenn sie dazu fähig waren, warum sollte ich es dann nicht sein?" Die Jugendlichen rief er auf, sich ebenfalls Vorbilder für ein gutes Leben zu wählen. Ferner empfahl er ihnen, die Stille zu suchen und sich "vom Lärm tausender Stimmen zu befreien". Er versprach: "In der Stille begreifen wir, dass Ideologien vergehen, während die Wahrheit bleibt."

Um die Welt zu verbessern, sollten die Jugendlichen auf die ersten Christen schauen, die in einem heidnischen Umfeld lebten. "Folgt ihrem Beispiel und seid Missionare des Evangeliums angesichts der materiellen und geistigen Armut unserer Zeit, in dem vollen Bewusstsein, dass unser Glaube eine Lebensweise ist, die sich in der Liebe verwirklicht", so Leo. "Sie ist die Tugend, die die Geschichte mehr als jede andere verändert."

Vor dem Jugendtreffen hatte der Papst das Sozialzentrum CEDIA in Madrid besucht, wo die Caritas Menschen ohne festen Wohnsitz hilft, wieder auf die Beine zu kommen. Der Papst zeigte sich beeindruckt von der dort geleisteten Arbeit und dankte allen Mitarbeitenden der Caritas von Madrid in einer kurzen Ansprache. (KNA)