Wechsel nach Münster

Jugendliche haben Bischof Wilmers neues Wappen mitentworfen

Veröffentlicht am 10.06.2026 um 13:07 Uhr – Lesedauer: 

Münster ‐ Wenn ein Bischof das Bistum wechselt, wird sein Wappen angepasst. Zwei Jugendliche haben sich überlegt, wie das neue Wappen von Bischof Wilmer in Münster aussehen könnte – ihre Vorschläge haben nicht nur ihn überzeugt.

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Was als spontane Idee begann, wurde zur offiziellen Vorlage: Zwei Jugendliche haben maßgeblich an der Neugestaltung des Wappens von Bischof Heiner Wilmer anlässlich seines Wechsels nach Münster mitgewirkt. Wie das Bistum am Mittwoch, dem internationalen Tag der Heraldik, mitteilte, lieferten die Freunde Jakob Werding (17; Foto) aus Münster und Lukas Böck (18) aus Trier Vorschläge, die schließlich ein Heraldiker umsetzte.

Demnach begannen sie nach Wilmers Vorstellung im Münsteraner Dom am 26. März, erste Entwürfe für ein neues Wappen zu entwickeln. Was bei einem Bischofswappen zu berücksichtigen sei, habe Werding zuvor im Internet recherchiert. Ihre Vorschläge schickten sie an Diözesanadministrator Antonius Hamers, der sie an Wilmer weiterleitete. Nach kleinen Anpassungen habe Wilmer das ausgewählte Wappen einem Professor für Heraldik nach Rom geschickt, der für die abschließende Gestaltung kaum Änderungen habe vornehmen müssen. Wilmer wird am 21. Juni als neuer Bischof von Münster eingeführt.

Das neue Wappen von Bischof Wilmer greift Motive des Wappens auf, das er zuvor schon als Bischof von Hildesheim hatte. Es ist in drei Felder unterteilt, die jeweils ein für ihn charakteristisches Element enthalten. Neu ist das Feld links (heraldisch rechts) oben, das das Wappen des Bistums Münster, einen roten Balken vor goldenem Grund, zeigt.

Bedeutungen der Symbole

Das obere rechte (heraldisch linke) Feld zeigt ein Kreuz, das für die Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Priester steht, der Wilmer angehört. Die blaue Farbe symbolisiert die Marienverehrung. Auch Wilmers Bischofskreuz hat diese Form. Die drei silbernen Schafe auf rotem Hintergrund im dritten Feld des Wappens haben eine doppelte Bedeutung. Zum einen stehen sie für Wilmers emsländische Herkunft, zum anderen für das Verständnis, dass der Bischof Teil der kirchlichen Gemeinschaft ist. Dafür steht auch Wilmers bischöflicher Wahlspruch "Mitarbeiter eurer Freude", den das Wappen ebenfalls zeigt.

Das Kreuz oberhalb des Wappens erinnert an das Bernwardkreuz aus Hildesheim, Willmers Wirkungsstätte als Bischof. Umrahmt ist das Wappen von einem in Grün gehaltenen sogenannten Prälatenhut. Dessen sechs herunterfallenden Quasten weisen den Wappenträger als Bischof aus.

Wilmer selbst habe Werding bereits bei einer Begegnung am Rande des Katholikentags für die Initiative gedankt und dabei die Vorschläge als "supergenial" bezeichnet. Dass ihre Entwürfe derartige Beachtung finden würden, hatten Werding und Böck nicht erwartet. Die beiden, die sich als "ein klein bisschen kirchenverrückt" bezeichnen, hatten sich über "Pueri Cantores", dem Verband der kirchlichen Jugendchöre, kennengelernt. (mal)