Beziehung zu Gott in schwieriger Phase aufgebaut

DFB-Torwarttrainer Kronenberg vor WM: Glaube gibt mir Orientierung

Veröffentlicht am 11.06.2026 um 11:50 Uhr – Lesedauer: 

Münster ‐ Arbeitslos, auf der Suche nach Halt: Andreas Kronenberg fand in einer Krise zum christlichen Glauben, der bis heute seinen Alltag prägt. Welchen Umgang er im Fußball lebt – und der Gesellschaft wünscht.

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Der WM-Torwarttrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, Andreas Kronenberg, sieht den christlichen Glauben als wichtige Orientierung für sein Leben. Seine Beziehung zu Gott habe er erst in einer schwierigen Phase aufgebaut, sagte Kronenberg in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview des Münsteraner Portals "Kirche und Leben". Damals sei er als Fußball-Profi kurzfristig arbeitslos gewesen und habe nach einer Perspektive gesucht.

Mit Jesus und Bibel beschäftigt

Er habe gemerkt: "Da interessiert sich offensichtlich jemand für dich – und dieser Jemand war Gott", sagte Kronenberg. Er habe gespürt, dass Gott lebendig sei und begonnen, sich intensiv mit Jesus Christus und den biblischen Erzählungen auseinanderzusetzen. Besonders beeindrucke ihn bis heute, dass Jesus sich den Ausgegrenzten zugewandt habe und sein Leben für die Menschen gegeben habe. "Jedes Mal, wenn ich mich mit dieser Frage beschäftige, werde ich sehr demütig und denke oft, dass ich diesen Jesus schon sehr gern mal persönlich kennengelernt hätte", sagte der 51-Jährige.

Für sein Glaubensleben spiele das Gebet eine zentrale Rolle. Seitdem er sich stärker mit dem Glauben beschäftige, beginne er jeden Tag mit einer stillen Zeit. Dabei bete er oder lese in der Bibel. "Ich empfinde sehr häufig in diesen stillen Momenten eine tiefe Dankbarkeit für all das, was Gott mir geschenkt hat", sagte Kronenberg.

Fairness und Respekt

Direkten Einfluss auf seine Arbeit als Torwarttrainer habe der christliche Glaube nicht. Werte wie Fairness und Respekt seien zwar auch christliche Werte, der Kern des Glaubens liege für ihn jedoch in der Gnade. Zugleich berichtete Kronenberg von intensiven Erfahrungen bei Gebetszeiten im Kreis der Nationalmannschaft.

Kronenberg, der seit 2021 als Torwarttrainer der Mannschaft arbeitet, schätzt an dieser Aufgabe besonders die Zusammenarbeit mit Menschen. Wichtig seien ihm Respekt, Offenheit und der konstruktive Umgang mit unterschiedlichen Meinungen. Angesichts gesellschaftlicher Spannungen plädierte er dafür, Gemeinschaft stärker zu fördern. "Gerade im Moment, in einer Zeit, in der unsere Gesellschaft sich zu spalten und auseinanderzuentwickeln droht, finde ich, dass wir umso offener aufeinander zugehen und versuchen sollten, Gemeinschaft wieder zu schätzen und zu fördern." (KNA)