Finanzielle Schwierigkeiten

Eine "Alpenakademie" für Kloster Ettal – Machbarkeitsstudie geplant

Veröffentlicht am 11.06.2026 um 13:35 Uhr – Lesedauer: 

Ettal ‐ Die Kosten für das Gymnasium machen dem Benediktinerkloster Ettal zu schaffen. Nun gibt es Überlegungen, den Bildungsstandort weiterzuentwickeln. Eine Machbarkeitsstudie soll Gewissheit bringen.

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Das oberbayerische Benediktinerkloster Ettal mit seiner bekannten und renommierten Klosterschule will seinen Bildungsstandort weiterentwickeln. Wie Abt Barnabas Bögle am Donnerstag bei einer Pressekonferenz bekanntgab, ist eine "Alpenakademie" mit internationaler Reichweite geplant. Vorgesehen ist, dafür ein finanziell tragfähiges Konzept mit dem Gymnasium im Zentrum auszuarbeiten. Der Bayerische Landtag unterstützt das Vorhaben und stellt für eine Machbarkeitsstudie 280.000 Euro zur Verfügung.

Die seit Jahren steigenden Kosten für die Schule machen dem Orden zu schaffen. Die Benediktiner teilten jüngst mit, das jährlich anfallende Defizit zwischen 450.000 und 500.000 Euro nicht mehr aus eigenen Mitteln ausgleichen zu können. Für 2026 hat der Kreistag Garmisch-Partenkirchen inzwischen einen Zuschuss in Höhe von 40 Prozent des Gastschulbetrags und damit 90.870 Euro gewährt. Zugleich wurden die Benediktiner aufgefordert, sich weiter Gedanken zu machen, wie sie den Schulunterhalt künftig doch selbst finanzieren könnten.

Akademie zum 700. Klosterjubiläum

Der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler im Bayerischen Landtag, Florian Streibl, macht sich für die Idee einer solchen Akademie stark. Im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz (KI) müsse man Bildung vielleicht neu denken, sagte er der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Menschliche Komponenten und Kompetenzen, Achtsamkeit im Umgang miteinander und Nachhaltigkeit sollten nicht vergessen werden. Letztlich seien es diese christlichen und benediktinischen Werte, die es auch für die Erwachsenenbildung neu zu entdecken gelte.

Noch steht nicht fest, wer mit der Studie beauftragt werden soll. Das Geld wird laut Streibl vom Kultusministerium erst freigegeben, wenn das Kloster einen Antrag auf Grundlage eines plausiblen Ansatzes stellt. Ziel sei, bis Ende 2027 ein Konzept zu haben, das im Idealfall bis 2030 umgesetzt wird, wenn das Kloster sein 700-jähriges Gründungsjubiläum feiert. Unterstützung kommt auch von Ettaler Absolventen, die sich in der Placidus gUG zusammengeschlossen haben. Die gemeinnützige Unternehmergesellschaft ist nach Abt Placidus Seitz (1672–1736) benannt. Er war Bauherr der Klosteranlage und Gründer der Ritterakademie, einst Ausbildungsstätte für junge Adelige.

Einer der zehn Gesellschafter ist Philipp Mauch. Als 2021 bekanntgeworden sei, dass die Benediktiner ihr Internat aufgeben wollten, hätten sie sich zu ihrem Engagement entschlossen, sagte er der KNA. Von vornherein sei den Ex-Schülern aber klar gewesen, dass sie nicht die Finanzmittel bereitstellen könnten, die das Kloster benötige. Laut Mauch gibt es schon jetzt in Ettal ein modernes Tagungszentrum und ein reichhaltiges kulturelles Angebot. Es fehle aber ein verbindendes Konzept. Er hoffe, dass die geplante "Alpenakademie", ein attraktives Betätigungsfeld für junge Menschen werden könne und vielleicht auch Ordensberufungen fördere. (KNA)