"Blicken mit Zuversicht auf die Ergebnisse"

Orden bestätigt Vatikan-Visitation der Würzburger Erlöserschwestern

Veröffentlicht am 15.06.2026 um 19:00 Uhr – Lesedauer: 

Würzburg ‐ Der Vatikan untersucht einen der bekanntesten Orden in Unterfranken: Bei der Kongregation der Schwestern des Erlösers gibt es eine Apostolische Visitation. Die Hintergründe sind noch unbekannt.

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Die Würzburger Erlöserschwestern werden durch den Vatikan visitiert. Die Generaloberin der Gemeinschaft, Schwester Monika Edinger, bestätigte gegenüber katholisch.de, dass derzeit eine Apostolische Visitation im Gange ist. "Wir unterstützen die Visitatoren bei ihrer Aufgabe mit Offenheit und Transparenz und blicken mit Zuversicht auf die Ergebnisse der Visitation in der Zukunft", so Edinger.

Weitere Hintergründe sind nicht bekannt. Der Orden äußert sich zu den Inhalten der laufenden Visitation nicht, "um den Visitatoren eine ungestörte Erfüllung ihrer wichtigen Aufgabe zu ermöglichen". Edinger erläuterte, dass Visitationen mehrere Zielrichtungen hätten: "Einerseits geht es bei einer Apostolischen Visitation allgemein darum, dass sich der Heilige Stuhl einen persönlichen Eindruck von der Situation der visitierten Gemeinschaft und ihrer Mitglieder verschafft, andererseits verfolgt eine Apostolische Visitation grundsätzlich das Ziel, die betreffende Gemeinschaft in ihrem geistlichen Leben und in ihrer Sendung zu stärken und zu begleiten, wie andere kanonische Visitationen auch."

Aufarbeitung von Missbrauch im Orden

Die Kongregation der Schwestern des Erlösers (Congregatio Sororum an Sancto Redemptore, Ordenskürzel: CSR) haben ihr Mutterhaus in Würzburg. Internationale Niederlassungen des Ordens gibt es in den USA und in Tansania. Wie die als "Niederbronner Schwestern" bekannte Kongregation der Schwestern vom Göttlichen Erlöser gehen die Würzburger Erlöserschwestern auf eine Ordensgründung von Mutter Alfons Maria Eppinger (1814-1867) zurück. Schwerpunkte des Ordens sind Kranken- und Altenpflege sowie Erziehung und Ausbildung. Der Orden unterhält in Deutschland unter anderem ein Krankenhaus und mehrere Kindertagesstätten. Die Gemeinschaft ist ein Orden päpstlichen Rechts und untersteht damit direkt der Aufsicht des Heiligen Stuhls.

2021 gab es Vorwürfe gegen den Orden wegen mutmaßlichen rituellen Missbrauchshandlungen in einem Kinderheim, die nicht belegt werden konnten. Der Orden kündigte damals an, Vorwürfe durch eine Aufarbeitungskommission untersuchen zu wollen: "Uns liegt daran, dass Dinge eindeutig geklärt werden". Der Orden hatte zu diesem Zeitpunkt einen Fall von sexuellem Missbrauch und schwerer körperlicher Züchtigung anerkannt und Anerkennungsleistungen gezahlt. (fxn)