Scharfe Kritik der Orthodoxie an Pride-Paraden
Die orthodoxe Kirche hat am Wochenende mit scharfer Kritik auf Regenbogenparaden in Sofia und Bukarest reagiert. Die Kirchenleitung des Patriarchats von Bulgarien kritisierte die Durchführung der Parade in einer Mitteilung und bekräftigte die Lehre der Kirche, dass die Menschheit von Gott "als Mann und Frau" geschaffen wurde und dass die Familie das natürliche Umfeld für die Erziehung von Kindern darstelle.
Die Kirchenleitung warf den Akteuren der LGBTQI-Paraden vor, Ansichten und Verhaltensmuster zu propagieren, die "mit der christlichen Morallehre unvereinbar" seien. Solche Botschaften seien zudem dann besonders beunruhigend, wenn sie sich an Kinder und Jugendliche richteten. Gleichzeitig betonte sie, dass "die Kirche niemanden ablehnt und unaufhörlich für jeden Menschen betet", und dass sie ihrer Verantwortung nachkommt, Zeugnis vom Evangelium abzulegen und die Gläubigen vor geistlicher Verwirrung zu bewahren. In der Erklärung hieß es weiter: "Wahre Freiheit besteht nicht darin, jedem Wunsch oder jeder Sehnsucht nachzugeben, sondern darin, der Wahrheit zu folgen, die den Menschen zur Fülle des Lebens in Gott führt."
Sozialer Friede in Gefahr
Auch die rumänisch-orthodoxe Kirche kritisierte die Pride-Bewegung. Durch sie seien der soziale Frieden und gegenseitiger Respekt gefährdet, die aber für das Gemeinwohl unerlässlich seien, hieß es in einer Erklärung. Veranstaltungen wie die Bukarest Pride könnten die Verwirrung über spirituelle Werte in einer Gesellschaft verstärken, die bereits mit Herausforderungen wie demografischem Rückgang und sozialer Instabilität konfrontiert sei. Gleichzeitig hob die Kirchenleitung hervor, dass sich orthodoxe Christen durch Frieden, Gebet und Achtung der Würde jedes Menschen auszeichnen sollten. Das Patriarchat unterstrich zudem, dass es keinerlei Form von beleidigender Rede, Verleumdung oder Gewalt unterstütze oder fördere, da dies dem Evangelium der Liebe Christi widerspreche.
Pride bezeichnet den selbstbewussten Umgang mit der eigenen sexuellen Identität. Der aus der US-amerikanischen Lesben- und Schwulenbewegung stammende Begriff wurde international übernommen. Er steht auch für Veranstaltungen, bei denen queeres Leben sichtbar gemacht und gesellschaftliche Anerkennung eingefordert wird. Am bekanntesten sind die Paraden zum Christopher Street Day im Sommer. (KNA)
