Verantwortung für die Schöpfung

Papst Leo XIV. sieht beim Klimaschutz reiche Länder in der Pflicht

Veröffentlicht am 16.06.2026 um 13:55 Uhr – Lesedauer: 

Wien/Vatikanstadt ‐ Papst Leo XIV. fordert eine gerechtere Klimapolitik: Reiche Staaten müssten ärmere Länder stärker unterstützen. Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit seien untrennbar miteinander verbunden.

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Papst Leo XIV. hat zu mehr internationaler Zusammenarbeit im Kampf gegen den Klimawandel aufgerufen. In einer Videobotschaft an den zehnten Austrian World Summit in Wien bezeichnete er die Umweltkrise am Dienstag als Teil einer umfassenden sozialen und wirtschaftlichen Fehlentwicklung. Technische Lösungen allein reichten nicht aus, solange Fragen von Gerechtigkeit, Menschenwürde und Teilhabe ungelöst blieben.

Der Papst sprach sich für einen neuen, am Menschen orientierten internationalen Finanzrahmen aus. Davon sollten insbesondere arme Länder und Staaten profitieren, die besonders stark von Klimakatastrophen bedroht sind. Wohlhabende Staaten müssten ihre Verpflichtungen erfüllen und ärmere Länder stärker unterstützen.

Verantwortung für die Schöpfung

Leo XIV. stellte seine Botschaft unter die christlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe. Der Glaube könne einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung des Klimawandels leisten, da er die Verantwortung des Menschen für die Schöpfung betone. Zugleich verwies der Papst auf gemeinsame ethische Grundlagen verschiedener Religionen, die den Schutz des Lebens und der Natur förderten.

Angesichts globaler Herausforderungen warb Leo XIV. für eine stärkere internationale Zusammenarbeit und einen zukunftsorientierten Multilateralismus. Politische Blockaden aus Angst vor Veränderungen oder Machtverlust dürften notwendige Maßnahmen nicht verhindern. Hoffnung könne helfen, Skepsis und Zynismus zu überwinden. Religiöse Gemeinschaften könnten deshalb wichtige Impulse für soziale und ökologische Reformen geben.

Die Ärmsten in den Fokus stellen

Klimaschutz sei untrennbar mit sozialer Gerechtigkeit verbunden, betonte der Papst. Im Mittelpunkt aller Maßnahmen müssten die Ärmsten und Verwundbarsten stehen. Ziel sei ein gerechter Übergang zu einer Gesellschaft, in der das Gemeinwohl Vorrang vor wirtschaftlichen Profitinteressen habe.

Der Austrian World Summit wurde vom gebürtigen Österreicher und früheren kalifornischen Gouverneur Arnold Schwarzenegger initiiert. Zu den Teilnehmern zählen unter anderem die ehemalige US-Vizepräsidentin Kamala Harris, UN-Generalsekretär António Guterres sowie Vertreter der österreichischen Politik. (KNA)