Nach achtjährigem Prozess

Mutter-Teresa-Ordensfrau von Babyhandel-Vorwurf freigesprochen

Veröffentlicht am 23.06.2026 um 11:47 Uhr – Lesedauer: 

Neu Delhi ‐ Der Verdacht schlug 2018 Wellen im indischen Bundesstaat Jharkhand unter hindunationalistischer Regierung: In einem katholischen Mütterheim sollte ein Baby verkauft worden sein. Das Urteil rehabilitiert die Beschuldigten.

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Ein Gericht im indischen Bundesstaat Jharkhand hat eine Ordensfrau der Missionarinnen der Nächstenliebe und zwei weitere Beschuldigte vom Vorwurf des Babyhandels freigesprochen. Mit dem Urteil des Bezirksgerichts Ranchi vom Donnerstag endete ein achtjähriges Verfahren.

Bischof Theodore Mascarenhas, früherer Generalsekretär der Indischen Bischofskonferenz, äußerte Genugtuung. Die Ordensfrau von den Missionarinnen der Nächstenliebe sei in einen "völlig erfundenen Fall" verwickelt worden, sagte er dem katholischen Pressedienst UCA News am Montag.

Nationalistisches Klima

Die Mitarbeiterinnen eines Heims für unverheiratete Mütter in Ranchi waren 2018 beschuldigt worden, einer jungen Frau, die nach einer Vergewaltigung schwanger geworden war, das Kind unmittelbar nach der Geburt weggenommen und verkauft zu haben. Die Vorwürfe hatten damals auch international für Schlagzeilen über die von Mutter Teresa (1910–1997) gegründete Ordensgemeinschaft gesorgt. Kirchliche Stellen sprachen von Anfang an von einer Verleumdung durch Hindu-Nationalisten.

Im Bundesstaat Jharkhand regierte damals die nationalistische Indische Volkspartei BJP, die sich als Verteidigerin der Interessen von Hindus zu profilieren suchte. Von den rund 33 Millionen Einwohnern des ostindischen Staates gehören 4,3 Prozent dem Christentum an. (mal/KNA)