Standpunkt

Einsatz gegen die AfD: Sachsen-Anhalts Katholiken verdienen Respekt

Veröffentlicht am 24.06.2026 um 00:01 Uhr – Von Steffen Zimmermann – Lesedauer: 

Berlin ‐ Das kleine Bistum Magdeburg zeigt in diesen Wochen eine bemerkenswert klare Haltung gegen Rechtsextremismus und für demokratische Werte. Dafür verdient es Respekt und Rückhalt, kommentiert Steffen Zimmermann.

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Wer derzeit auf das Bistum Magdeburg und die Katholiken in Sachsen-Anhalt blickt, kann vor allem eines empfinden: Respekt. In einem Bundesland, in dem nur rund drei Prozent der Bevölkerung katholisch sind und die Kirche nur über geringe finanzielle und personelle Ressourcen verfügt, erheben sie ihre Stimme mit bemerkenswerter Klarheit. Und das zu einem Zeitpunkt, an dem die rechtsextreme AfD auf einen möglichen Sieg bei der Landtagswahl am 6. September zusteuert und die Kirche immer wieder zum Ziel heftiger Verbalangriffe macht.

Magdeburgs Bischof Gerhard Feige hat zuletzt mehrfach auf die massiven Anfeindungen hingewiesen, denen Kirchen und kirchliche Vertreter von Seiten der AfD ausgesetzt sind. Die Strategie dahinter ist offensichtlich: Wer sich für Menschenwürde, Solidarität, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Rechte von Minderheiten einsetzt, soll eingeschüchtert werden. Wer widerspricht, wird als Gegner markiert.

Doch die katholische Kirche in Sachsen-Anhalt lässt sich nicht einschüchtern. Mit ihren öffentlichen Stellungnahmen und ihrer im Frühjahr gestarteten Kampagne "Bewusst wählen!" wirbt sie engagiert für demokratische Verantwortung und eine Wahlentscheidung, die sich an christlichen Grundwerten orientiert. Sie ruft dazu auf, genau hinzuschauen, Parteiprogramme zu prüfen und nicht destruktiven Stimmungen zu folgen.

Dies ist – anders als von manchen AfD-Anhängern suggeriert – keine parteipolitische Einmischung, sondern die Wahrnehmung eines zentralen christlichen Auftrags: Die Kirche kann nicht schweigen, wenn Menschen gegeneinander ausgespielt werden. Sie kann nicht neutral bleiben, wenn die Menschenwürde infrage gestellt wird. Und sie darf nicht wegsehen, wenn demokratische Institutionen und gesellschaftlicher Zusammenhalt unter Druck geraten.

Die Katholikinnen und Katholiken in Sachsen-Anhalt stehen an einer Frontlinie gesellschaftlicher Auseinandersetzungen, die längst das ganze Land betreffen. Ihre klare Haltung gegen die AfD verdient deshalb Anerkennung – und Unterstützung. Die anderen Bistümer und alle Gläubigen in Deutschland sind aufgerufen, ihnen beizustehen, ihre Stimme zu verstärken und deutlich zu machen: Die Verteidigung von Menschenwürde, Demokratie und Nächstenliebe ist keine regionale Aufgabe, sondern ein gemeinsamer Auftrag.

Von Steffen Zimmermann

Hinweis

Der Standpunkt spiegelt ausschließlich die Meinung der jeweiligen Autorin bzw. des Autors wider.