Generalsekretär der Bischofssynode

Grech: Synodalität bleibt ohne missionarischen Aufbruch unvollendet

Veröffentlicht am 24.06.2026 um 11:25 Uhr – Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Kardinal Mario Grech sieht die bisherigen synodalen Prozesse der katholischen Kirche noch nicht am Ziel. Entscheidend sei, dass daraus ein missionarischer Aufbruch entstehe, der Menschen für das Evangelium begeistere.

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Der Generalsekretär der Bischofssynode, Kardinal Mario Grech, sieht die bisherigen synodalen Prozesse in der katholischen Kirche noch als unvollständig an. Zwar seien die unterschiedlichen synodalen Schritte, die in den vergangenen Jahren gegangen worden seien, "ein Zeichen dafür, dass der Geist die Kirche bewegt, sie in einem neuen Stil des Kircheseins erzieht und ihr hilft, ihre tiefste Identität wiederzuentdecken", sagte Grech am Dienstag bei einem Treffen der Spitzen der kontinentalen Bischofsversammlungen im Vatikan.

"Und doch – wenn ich offen sprechen darf – werde ich erst dann wirklich zufrieden sein, wenn ich das Entstehen einer breiten missionarischen Bewegung sehe, eines neuen Aufbruchs, der die Kirche hinausgehen lässt, Risiken eingehen lässt, sie den Menschen näherbringt und sie das Evangelium mit Freiheit und Kreativität bezeugen lässt", so der maltesische Geistliche. Denn das eigentliche Ziel der synodalen Umkehr bestehe nicht einfach darin, interne Prozesse zu verbessern oder Strukturen partizipativer zu gestalten.

Bewährungsprobe des synodalen Weges

Wenn Synodalität nicht zu einem erneuerten missionarischen Aufbruch führe, wenn sie die Herzen nicht entzünde und die Menschen nicht zum Handeln bewege, wenn sie nicht Gemeinschaften hervorbringe, die Christus mit Freude und Freimut verkündeten, dann bleibe sie unvollendet. "Die eigentliche Bewährungsprobe des synodalen Weges wird dann kommen, wenn wir Gemeinschaften sehen, die sich senden lassen, die aufbrechen, die nicht nur von Hoffnung sprechen, sondern sie verkörpern", betonte der Kardinal.

Seine Hoffnung, so Grech, sei, "dass die Phase, in der wir uns derzeit befinden – eine sensible und zugleich entscheidende Phase der Rezeption und Umsetzung –, die ganze Kirche dazu befähigt, diese missionarische Bewegung, die der Geist hervorruft, mit Überzeugung anzunehmen". Eine solche Bewegung könne, wenn sie authentisch und fruchtbar sein solle, nur die Form einer gemeinsamen Verkündigung annehmen, die aus der Gemeinschaft hervorgehe.

"Eine synodale Kirche fürchtet Unterschiede nicht"

Synodalität sei nicht bloß eine Organisationsmethode, sondern der Weg, auf dem die Kirche lerne, Vielfalt als Gabe des Geistes zu erkennen, anzunehmen und zu integrieren. "Eine synodale Kirche fürchtet Unterschiede nicht, weil sie weiß, dass Einheit nicht aus Vereinheitlichung, sondern aus Gemeinschaft entsteht", so Grech.

Der synodale Weg der Kirche ziele nicht darauf ab, institutionelle Räume zu besetzen oder Machtverhältnisse neu zu ordnen, sondern Dynamiken des Zuhörens, der Unterscheidung und der Mitverantwortung hervorzubringen, die die Kirche im Laufe der Zeit von innen her verwandeln könnten. "Es ist ein Prozess, der Vielfalt nicht fürchtet, sondern sie als Ort annimmt, an dem die Wahrheit des Evangeliums auf neue und unerwartete Weise erklingen kann", betonte der Kardinal. (stz)