Sozialverband trifft sich in Berlin

Caritas und Ministerin Prien werben für Miteinander gegen Populisten

Veröffentlicht am 24.06.2026 um 19:16 Uhr – Lesedauer: 

Berlin ‐ Drei Tage tagt die Caritas in Berlin. Im Zentrum steht das gesellschaftliche Miteinander. Es geht um Teilhabe für alle - Jung und Alt. Der Wohlfahrtsverband will Kante zeigen gegen Populismus.

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Ein Stärken des gesellschaftlichen Zusammenhalts ist für Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) eine Schicksalsfrage für die Demokratie. "Wenn es uns als Gesellschaft nicht mehr gelingt, uns auf gemeinsame Ziele und Werte zu verständigen, dann überlassen wir tatsächlich den Polarisierungsunternehmen das Feld", warnte Prien beim Jahresempfang des Deutschen Caritasverbands am Mittwochabend in Berlin. Es brauche mehr Gemeinschaften und Organisationen, die für das Vertrauen in den Sozialstaat stünden.

Alle Altersgruppen, so Prien, müssten gerade in Zeiten notwendiger Sozialreformen gesehen und berücksichtigt werden. Zugleich sehe sie derzeit keinen Generationenkonflikt. "Im Gegenteil, die Solidarität zwischen Jung und Alt ist unverändert hoch. Es gilt, auf diese zentrale gesellschaftliche Ressource stärker zu setzen", so die Ministerin.

Caritas-Präsidentin: Ohnmacht stärkt Populisten

Gegen wachsenden Populismus braucht es für die Präsidentin des Deutschen Caritasverbands mehr gesellschaftliche Teilhabe und ein Miteinander von allen Generationen. Die Populisten spielten mit Gegensätzen - wie dem zwischen Jung und Alt, erläuterte Eva Welskop-Deffaa zum Auftakt des Caritaskongresses. Die demografische Entwicklung böte ihnen da viel Zündstoff.

Eva-Maria Welskop-Deffaa, Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes (DCV).
Bild: ©KNA/Gordon Welters (Archivbild)

Eva-Maria Welskop-Deffaa ist Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes (DCV).

Populisten setzten auch auf das Ohnmachtsgefühl der Masse. "Da, wo ich glaube, selbst gar nichts ändern zu können am Lauf der Welt, wo ich mich entmündigt fühle und ausgeschlossen, da wächst in mir die Sehnsucht nach dem starken Autokraten, der an meiner Stelle all die Probleme mit einem Federstrich löst", so die Caritas-Chefin.

"Zusammen geht was"

Der alle drei Jahre stattfindende Caritaskongress in Berlin dauert bis Freitag und bringt rund 1.000 Vertreter der Caritas aus ganz Deutschland zusammen. Unter dem Motto "Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen" finden Podien, Vorträge und Diskussionsrunden zum gesellschaftlichen Miteinander in Zeiten von Populismus, Künstlicher Intelligenz (KI), Klimakrise und auch Kriegen statt.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, ermutigte die Caritasmitarbeiter, weiterhin den Menschen in den Mittelpunkt der Arbeit zu stellen. Die Caritas schenke denen Beachtung, auf die sonst niemand achte, über Generationen hinweg. "Als Kirche ist es unsere Aufgabe und bleibt unsere Aufgabe, den Menschen in die Mitte zu stellen", so der Münsteraner Bischof.

Der Deutsche Caritasverband ist mit 770.000 Mitarbeitenden, rund 500.000 ehrenamtlich Engagierten und rund 25.000 Einrichtungen und Diensten der größte deutsche Wohlfahrtsverband. Dieses bundesweite Netzwerk unterstützt nach eigenen Angaben rund 13 Millionen Menschen. Die Angebote reichen von Kinder- und Jugendhilfe über die Pflege Älterer bis hin zur Begleitung von Menschen in Krisenlagen. (KNA)